Die Typlokalität liegt in Sachsen, heißt aber nicht Chursdorf
Die Typlokalität des Amblygonits ist eine sächsische Fundstelle im Muldental, und ihr Name wird in der Literatur regelmäßig falsch angegeben. Das Naturkundemuseum Chemnitz stellt klar: Typlokalität ist „Amerika (Friedemannsklippe)“ bei Penig; alle anderen in der Literatur genannten Orte, ausdrücklich auch Arnsdorf und Chursdorf, bezeichnen dieselbe Lokalität. Dort fand Pastor Dürr aus Arnsdorf 1811 das erste Material, 1817 erkannte August Breithaupt in Freiberg die neue Art, 1820 analysierte Berzelius sie. Weitere sächsische Nachweise folgten 1838 aus dem Zinnstockwerk von Geyer und 2010 aus pegmatitischen Linsen im Eibenstocker Granit bei Hundshübel, dort zusammen mit Topas. Schleifware liefert Sachsen nicht; die Bedeutung dieser Fundstellen ist historisch und mineralogisch. Wenn Sie ein altes Etikett mit „Chursdorf“ sehen, ist das kein Fehler, sondern ein überholter Name für denselben Ort.
| Fundort | Land | Besonderheit |
|---|---|---|
| Amerika (Friedemannsklippe) bei Penig | Deutschland | Typlokalität; Fund 1811, Benennung 1817 durch Breithaupt |
| Hundshübel, Eibenstocker Granit | Deutschland | 2010 in pegmatitischen Linsen zusammen mit Topas |
| Galiléia, Minas Gerais | Brasilien | Kristalle bis 20 cm in edelsteingrünen Tönen |
| Telírio-Mine, Linópolis, Divino das Laranjeiras | Brasilien | honiggelbe, glänzende Kristalle bis 2,5 cm; gemmige Schleifrohware |
| Montebras bei Soumans, Creuse | Frankreich | Namensgeber des Schwesterminerals Montebrasit |
| Bob-Ingersoll-Mine und Hugo-Mine, Black Hills | USA | größter Kristall der Black Hills 28 Fuß lang, 6 Fuß dick; Lithiumerz ab 1905 |
| Tin Mountain Mine und Keystone, Custer County | USA | Massen bis 200 Tonnen; Lithiumerzgewinnung |
| Karibib, Region Erongo | Namibia | seltene violette bis lilafarbene Ware |
Minas Gerais trägt den Schleifmarkt
Praktisch alle geschliffenen Steine kommen heute aus Brasilien. Die International Gem Society nennt Brasilien als Hauptquelle des gelben Materials. Galleries.com führt Galiléia in Minas Gerais an, das Comptoir Géologique nennt von dort Kristalle bis 20 Zentimeter in edelsteingrünen Tönen. Der bekannteste Einzelpunkt für gemmige Ware ist die Telírio-Mine bei Linópolis im Gemeindegebiet Divino das Laranjeiras: Von dort stammen honiggelbe, gut ausgebildete Kristalle bis 2,5 Zentimeter, glänzend und gestreift, und dokumentierte Einzelstücke wie ein blockiger, gemmiger Montebrasit von 40 mal 32 mal 20 Millimetern mit aufgewachsenem Albit. Die im Handel angebotenen facettierten Steine von rund einem bis drei Karat werden durchweg mit Herkunft Brasilien geführt, ebenso die kleinen Kalibersteine deutscher Fachhändler. Der Rest der Welt liefert Sammlermaterial, kaum Schleifrohware.
Black Hills, Karibib, Montebras: Erz statt Schmuck
Die mengenmäßig großen Vorkommen waren Erzlagerstätten. In den Black Hills von South Dakota wurde Amblygonit ab 1905 als Lithiumerz gewonnen; er war zwar weniger verbreitet als Spodumen, ließ sich aber leichter aufschließen und galt deshalb als begehrter. Der Beecher-Pegmatit lieferte Massen von bis zu 200 Tonnen, die IGS nennt dieselbe Größenordnung für Custer County. Aus der Bob-Ingersoll-Mine stammt der größte Amblygonit-Kristall der Black Hills mit 28 Fuß Länge und sechs Fuß Durchmesser; aus der Hugo-Mine werden 40-Fuß-Kristalle berichtet. Weitere Punkte sind Keystone, die Tin Mountain Mine in Custer County und die Midnight Owl Mine in Yavapai County, Arizona. In Frankreich gab der Pegmatit von Montebras bei Soumans in der Creuse dem Schwestermineral den Namen; Échassières und Collioure kommen hinzu. In Namibia ist Karibib in der Region Erongo der Bezugspunkt, bekannt vor allem für seltene lilafarbene Ware.
