Der Mittlere Ural: Typlokalität und Hauptquelle
Der Ursprung des Uwarovits liegt im Chromitrevier des Mittleren Ural in der Region Perm. Hess beschrieb das Mineral 1832 von dort; die deutschsprachige Literatur nennt Biserskoje (Biser) als Typlokalität, der internationale Handel durchweg die Saranowskoje-Grube bei Sarany. Diese Diskrepanz sollten Sie kennen, wenn eine Stufe mit dem Zusatz „Typlokalität“ einen Aufschlag tragen soll. Fest steht: Aus Saranowskoje stammt der überwiegende Teil des am Markt befindlichen Materials. Die Kristalle sitzen dort auf schwarzem Chromit, häufig in Gesellschaft des violetten Kämmererits, und erreichen üblicherweise bis zwei Millimeter, in guten Stücken bis acht Millimeter. Ein weiteres Vorkommen der Region ist Teplaja Gora. Die Versorgungslage ist angespannt: Händler und Auktionshäuser berichten übereinstimmend, dass seit Jahren praktisch kein neues Material aus Saranowskoje kommt und Spitzenstufen seit den frühen 1990er Jahren als knapp gelten. Was heute gehandelt wird, stammt weitgehend aus alten Sammlungsbeständen.
| Fundort | Land | Besonderheit |
|---|---|---|
| Saranowskoje-Grube, Sarany, Region Perm | Russland | Im Handel als Typlokalität geführt; Chromit mit Kämmererit; seit Jahren kaum Nachschub |
| Biserskoje (Biser), Mittlerer Ural | Russland | In der Fachliteratur als Typlokalität der Erstbeschreibung von 1832 genannt |
| Teplaja Gora, Region Perm | Russland | Weiteres Chromitvorkommen desselben Ural-Reviers |
| Outokumpu, Nordkarelien | Finnland | Größte bekannte Kristalle bis 2 cm; Cu-Co-Zn-Ni-Lagerstätte; heute nur altes Material |
| Thetford Mines und Magog, Quebec | Kanada | Uwarovit in chromitführendem Serpentinit; meist kleinere Stufen |
| Szklary-Massiv | Polen | Kristalle mit besonders lebhaften, glänzenden Flächen |
| Kop-Krom-Grube, Erzurum | Türkei | Chromitlagerstätte im ostanatolischen Ophiolithgürtel |
| Val Malenco, Lombardei | Italien | Alpines Serpentinitvorkommen, mineralogisch interessante Belegstücke |
Outokumpu: die größten Kristalle der Welt
Die zweite klassische Quelle ist Outokumpu in Nordkarelien, Finnland, eine Kupfer-Kobalt-Zink-Nickel-Lagerstätte. Was Outokumpu von allen anderen Fundstellen unterscheidet, ist die Kristallgröße: Hier wurden Einzelkristalle bis zwei Zentimeter geborgen, ein Vielfaches dessen, was der Ural liefert. Die finnischen Kristalle gelten zudem als besonders scharf ausgebildet und zeigen ein tieferes, satteres Grün mit teilweise gemmy Partien. Das ist auch der Grund, weshalb die wenigen facettierten Uwarovite überwiegend aus finnischem Material stammen. Allerdings handelt es sich bei den Stücken im Handel fast ausnahmslos um altes Material aus Beständen, die seit den 1970er Jahren durch Sammlungen gegangen sind; entsprechend häufig sind die Kristalle durch die lange Lagerung berieben. Scharfe, unbeschädigte Outokumpu-Stufen in guter Größe gelten heute als selten. Für Sie als Käufer heißt das: Auf finnische Herkunft zahlen Sie einen Aufschlag, prüfen Sie dafür die Kantenschärfe besonders genau.
Kanada, Polen und die kleineren Vorkommen
Als dritte nennenswerte Quelle gilt Kanada mit Vorkommen in Quebec, insbesondere im Serpentinitgürtel um Thetford Mines und bei Magog, wo Uwarovit in chromitführendem Serpentinit auftritt. Deutsche Händler führen gelegentlich kanadisches Material, meist in kleineren Stufen. Das Szklary-Massiv in Polen liefert Kristalle mit besonders lebhaften, glänzenden Flächen. Weitere Fundpunkte sind die Kop-Krom-Grube bei Erzurum in der Türkei, Val Malenco in der Lombardei, Norwegen, Spanien, Südafrika, China, Japan, Kuba, Australien und dreizehn US-Bundesstaaten, darunter Kalifornien mit Vorkommen bei Jackson im Amador County, bei Jacksonville im Tuolumne County und nahe Livermore im Alameda County. Für den Markt spielen diese Lokalitäten jedoch kaum eine Rolle: Sie liefern mineralogisch interessante, aber ästhetisch meist unauffällige Belegstücke. Wer eine Stufe fürs Auge sucht, landet in der Praxis beim Ural oder bei Outokumpu. Achten Sie darauf, dass der Anbieter die Grube nennt und nicht nur das Land.
