Warum Unakit nicht facettiert wird
Unakit ist vollständig undurchsichtig. Ein Facettenschliff lebt davon, dass Licht in den Stein eintritt, an den unteren Facetten reflektiert wird und wieder austritt. Fehlt die Durchsichtigkeit, entsteht statt Brillanz nur eine Ansammlung matter Flächen. Hinzu kommt das grobkörnige Gefüge: Jede Facettenkante würde über mehrere Mineralkörner unterschiedlicher Härte und Spaltbarkeit laufen und dabei unsauber ausbrechen. Unakit wird deshalb ausschließlich in geschlossenen, gerundeten Formen verarbeitet. Üblich sind Trommelsteine, Cabochons in oval, rund und Tropfenform, Kugeln von etwa 4 bis 40 Millimetern, gebohrte Donuts, Splitter für Ketten sowie größere Dekorobjekte wie Eier, Herzen, Schalen und kleine Figuren. Auch als Platte für Inlays und als Werkstein für Bodenfliesen und Verkleidungen wird das Material genutzt; die Smithsonian Institution in Washington hat Unakit auf diese Weise verbaut. Facettierte Ware, die Ihnen als Unakit angeboten wird, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas anderes.
Drei Härten, eine Politur: die Schleiffolge in der Praxis
Der Härteunterschied zwischen Orthoklas (6), Epidot (6 bis 7) und Quarz (7) beträgt rund eine Mohs-Stufe. Das ist wenig genug, dass starkes Unterschleifen ausbleibt, aber genug, um bei schlampiger Arbeit ein sichtbares Relief zu erzeugen: Der Quarz bleibt stehen, Feldspat und Epidot weichen zurück, und im Streiflicht sehen Sie eine wellige Oberfläche. Vermeiden lässt sich das durch eine lückenlose Diamantschleiffolge ohne Körnungssprünge, zum Beispiel 80, 220, 280, 600, 1200 und 3000, jeweils nass. Polieren Sie auf einer harten statt einer weichen Unterlage, damit das Poliermittel nicht in die weicheren Bereiche eintaucht. Bewährt haben sich Ceroxid oder Zinnoxid auf Filz sowie Diamantpaste 50000 auf Leder. Verwenden Sie für Unakit helle, nicht vorbenutzte Polierscheiben, weil dunkler Abrieb den rosa Feldspat dauerhaft vergraut.
Spaltbarkeit des Feldspats: wo Kanten ausbrechen
Die eigentliche Schwierigkeit beim Unakit ist nicht die Härte, sondern die Spaltbarkeit. Orthoklas spaltet vollkommen nach zwei Richtungen, die sich in einem Winkel von etwa 90 Grad schneiden; Epidot spaltet vollkommen nach der Basisfläche. Beide Minerale liegen in beliebiger Orientierung im Gestein. An scharfen Kanten, dünnen Rändern und ausgeprägten Profilen reißen deshalb ganze Körner heraus, was Schleifer als Kornausbruch bezeichnen. Die Gegenmaßnahmen sind einfach: großzügige Randstärke bei Cabochons, keine scharfen Kanten, gebrochene oder gerundete Profile statt filigraner Kehlungen, frische Sägeblätter und moderater Vorschub beim Nasssägen, weil das Blatt ständig Korngrenzen kreuzt. Bei neuer Rohware empfiehlt sich ein Probestück, bevor Sie eine ganze Charge aufarbeiten. Eine gehonte, seidenmatte Oberfläche ist eine gute Alternative: Sie kaschiert Relief und Kornausbrüche, kostet allerdings Farbtiefe.
