Pistaziengrün aus dreiwertigem Eisen: die Farbe des Epidots
Das Grün des Unakits stammt vom Epidot, und dessen Farbe ist nicht auf eine Verunreinigung zurückzuführen, sondern auf einen Baustein der Kristallstruktur. Epidot hat die Formel Ca2(Al2Fe³⁺)[Si2O7][SiO4]O(OH). Dreiwertiges Eisen sitzt hier regulär auf einer Oktaederposition und ersetzt Aluminium. Je höher der Eisengehalt, desto satter und dunkler das Grün und desto höher auch die Dichte, die zwischen 3,38 und 3,49 Gramm je Kubikzentimeter schwankt. Bei niedrigem Eisengehalt geht die Farbe über Gelbgrün in fast farbloses Klinozoisit über, bei hohem in Olivgrün bis Braungrün. Im Unakit erscheint das Grün meist als Pistaziengrün, gelegentlich als Apfelgrün in feinen Äderchen und als dunkles Olivgrün in epidotreichen Schlieren. Anders als beim durchsichtigen Epidot sehen Sie im Unakit keinen Pleochroismus, weil die zahllosen unterschiedlich orientierten Körner den Richtungseffekt gegenseitig aufheben.
| Varietät | Farbe | Bemerkung |
|---|---|---|
| Klassischer Unakit | Pistaziengrün mit lachsrosa Flecken und farblosem Quarz | das gesuchte Bild; ausgewogenes Mengenverhältnis der drei Gemengteile |
| Feldspatreicher Unakit | überwiegend Rosa bis Ziegelrot mit grünen Äderchen | schwach epidotisierter Granit; wirkt blass, meist geringer bewertet |
| Epidotreicher Unakit | sattes Olivgrün mit wenigen rosa Inseln | Übergang zum Epidosit; dichter und etwas härter, nimmt guten Glanz an |
| Epidosit | durchgehend Grün, ohne Rosa | Endglied der Umwandlungsreihe; kein Unakit im engeren Sinn |
| Kataklastischer Unakit (Brekzie) | rote Feldspatbruchstücke in grüner Epidotmatrix | tektonisch zerbrochen und verheilt; scharfkantige Zeichnung, teils rissig |
| Weißfleckiger Unakit | Grün mit weißen statt rosa Feldspatpartien | eisenoxidfreier Kalifeldspat; kontrastarm, für Schmuck weniger gefragt |
| Helsinkit (historisch als Unakit geführt) | weißer Albit mit rotem Epidot und grünem Chlorit | eigenständiges finnisches Gestein, heute nicht mehr als Unakit bezeichnet |
Lachsrosa aus Hämatit: warum der Kalifeldspat rot ist
Der rosa bis lachsfarbene Anteil ist Kalifeldspat, meist Orthoklas, seltener Mikroklin. Reiner Kalifeldspat ist farblos bis weiß. Die Rosafärbung ist allochromatisch, also fremdbedingt: Sie entsteht durch feinste Einschlüsse von Hämatit (Fe2O3) und durch Eisenoxidbeläge entlang perthitischer Entmischungslamellen und Mikrorisse. Diese Eisenoxide bilden sich beim Abkühlen und bei späteren Fluidreaktionen unter oxidierenden Bedingungen. Sie absorbieren Anteile des sichtbaren Lichts und verschieben den Farbeindruck nach Rosa bis Ziegelrot. Fehlen sie, bleibt der Feldspat weiß, und genau solche Stücke gibt es im Unakit ebenfalls. Dieselbe Ursache erklärt, warum manche Granite rosa und andere grau sind. Praktisch bedeutet das zweierlei: Das Rosa ist lichtecht und verblasst auch nach Jahren nicht, es lässt sich aber beim Polieren vergrauen, wenn dunkle, bereits benutzte Polierscheiben Abrieb in die Oberfläche eintragen.
Handelsnamen und was davon zu halten ist
Im Handel begegnen Ihnen für dasselbe Material mehrere Bezeichnungen, und nicht alle sind korrekt. Epidot-Unakit oder Unakit (Epidot) ist unproblematisch, weil Epidot tatsächlich der namengebende Gemengteil ist. Unakit-Jaspis ist falsch, denn Jaspis ist mikrokristalliner Quarz. Blumenjaspis wird gelegentlich für Unakit verwendet, bezeichnet aber üblicherweise ganz andere Gesteine und stiftet nur Verwirrung. Epidotisierter Granit und Unakit-Granit sind die petrographisch sauberen Begriffe. Für stark zerbrochene, von Epidot verkittete Varianten finden Sie die Bezeichnung epidotisierte Kataklasit-Brekzie. Vorsicht ist bei der Bezeichnung Helsinkit geboten: Damit ist ein finnisches Gestein aus Albit und Epidot gemeint, das älterer Literatur zufolge ebenfalls einmal Unakit genannt wurde, heute aber getrennt geführt wird. Wenn Sie exakt sein wollen, verlangen Sie vom Händler die Angabe Unakit-Granit oder epidotisierter Granit, ergänzt um eine konkrete Herkunftsangabe.
