Die Typlokalität: Unaka Range in North Carolina und Tennessee
Die Typlokalität liegt in der Unaka Range, einem Teilgebirge der Appalachen entlang der Grenze zwischen dem westlichen North Carolina und dem östlichen Tennessee, nahe den Great Smoky Mountains. Frank Howe Bradley sammelte 1874 an drei Punkten in Cocke County, Tennessee: The Bluff, Walnut Mountain und Max Patch. Der Name Unaka geht auf ein Wort der Cherokee zurück und wurde zunächst für das Gebirge, dann für das Gestein verwendet. Der Bereich ist bis heute ein beliebtes Sammelgebiet, liegt allerdings teilweise im Great Smoky Mountains National Park, wo das Sammeln untersagt ist. Kommerziell spielt die Typlokalität heute keine Rolle mehr. Das dort anstehende Material ist grobkörnig und kräftig gefärbt, wird aber fast ausschließlich von Sammlern und regionalen Schleifern verarbeitet. Wenn Ihnen amerikanischer Unakit angeboten wird, stammt er meist aus Virginia, nicht aus Tennessee.
| Fundort | Land | Besonderheit |
|---|---|---|
| Max Patch, Walnut Mountain und The Bluff, Cocke County | USA (Tennessee) | Typlokalität; Belegstücke der Erstbeschreibung von 1874 |
| Unaka Range, Great Smoky Mountains | USA (North Carolina) | namengebendes Gebirge; teilweise im Nationalpark, Sammeln untersagt |
| Irish Creek und Umgebung von Vesuvius, Rockbridge County | USA (Virginia) | bestes und geologisch am besten untersuchtes amerikanisches Material |
| Pompton-Granit, Passaic County | USA (New Jersey) | ausgedehnte epidotisierte Adern in einem Granitkörper |
| Südafrika | Südafrika | Hauptquelle der europäischen Handelsware für Roh- und Trommelsteine |
| China | China | liefert vor allem fertig gebohrte Perlen, Kugeln und Armbänder |
| Ufer des Lake Superior | USA / Kanada | Gerölle aus glazialen Ablagerungen, nicht anstehend |
| Strände von Ostsee und Nordsee | Deutschland, Dänemark, Polen | Geschiebe aus Skandinavien; handtellergroße Gerölle für Sammler |
Blue Ridge in Virginia: das geologisch am besten untersuchte Vorkommen
Die größten und am gründlichsten untersuchten Vorkommen liegen in der Blue Ridge Province von Virginia. Hier ist das Ausgangsgestein der grenvillische Charnockit der Massive von Pedlar und Lovingston, überlagert von den Catoctin-Basalten. Bekannte Sammelgebiete sind Irish Creek sowie Big Marys Creek und Little Marys Creek in Rockbridge County; Aufschlüsse finden sich entlang der Highway 56 einige Kilometer östlich von Vesuvius. Auch aus Nelson County und aus den Flusstälern, in die das Material aus den Bergen ausgewaschen wurde, kommt gutes Rohmaterial. Unakit wurde in Virginia mehrfach als offizieller Staatsstein vorgeschlagen, dieser Status ist jedoch nie formal verliehen worden. Die Smithsonian Institution in Washington verwendete Unakit als Einfassung der Freitreppe und als Bodenplatten an einem Eingang ihres Naturkundemuseums. Weitere amerikanische Vorkommen liegen in New Jersey, Massachusetts, Wisconsin, Colorado und New Mexico.
Woher die Handelsware heute kommt
Der weitaus größte Teil des im deutschsprachigen Raum verkauften Unakits stammt nicht aus den USA, sondern aus Südafrika. Deutsche und österreichische Großhändler geben bei Rohsteinen, Trommelsteinen und Kugeln fast durchweg Südafrika als Herkunft an. Daneben liefern China, Brasilien und Sierra Leone Material, wobei chinesische Ware vor allem in Form fertiger Perlen und Kugeln auf den Markt kommt. Weitere dokumentierte Vorkommen liegen in Simbabwe, Irland und Finnland. Für Sammler in Norddeutschland interessant: Unakit tritt als Geschiebe an den Stränden von Ostsee und Nordsee auf, meist handtellergroß oder kleiner, vom Inlandeis aus Skandinavien verfrachtet. Entsprechend finden sich am Lake Superior in den USA Gerölle aus glazialen Ablagerungen. Da Unakit in großen Mengen ansteht und kein knappes Gut ist, spielt die Herkunft für den Preis kaum eine Rolle; entscheidend sind Farbkontrast und Verarbeitung.
