Der Farbwechsel ist das Merkmal, für das Sultanit gekauft wird. Er ist echt – aber er fällt je nach Stein sehr unterschiedlich aus, und die Lichtquelle entscheidet mit.
Wie der Farbwechsel entsteht
Ein Farbwechsel entsteht, wenn ein Mineral zwei Bereiche des sichtbaren Spektrums durchlässt und dazwischen absorbiert. Beim Diaspor liegen diese Fenster im Grün und im Rot. Welche Farbe dominiert, hängt davon ab, welche Wellenlängen die Lichtquelle überhaupt liefert. Verantwortlich sind Spuren von Eisen und Mangan im Kristallgitter.
Tageslicht ist reich an kurzwelligem Anteil – der Stein erscheint gelb- bis olivgrün. Glühlicht und Kerzenlicht sind rotlastig – der Stein kippt zu Hellorange, Champagner oder Rosé.
- Tageslicht: nordseitiges Fenster, keine direkte Sonne
- Kunstlicht: echte Glühlampe oder Halogen – LED verfälscht das Ergebnis
- Umschaltzeit: mehrere Sekunden warten, das Auge adaptiert langsam
- Hintergrund: neutral weiß oder grau, kein farbiges Tuch
- Vergleich: mehrere Steine nebeneinander zeigen Unterschiede deutlicher als ein Einzelstück
Warum LED-Licht das Ergebnis verfälscht
Ein Punkt, der beim Onlinekauf regelmäßig zu Enttäuschungen führt: Die meisten LED-Lampen haben ein lückenhaftes Spektrum mit einer Spitze im Blau und einem breiten, aber unregelmäßigen Anteil im übrigen Bereich. Ein Farbwechselstein reagiert darauf anders als auf eine Glühlampe. Produktfotos unter LED zeigen deshalb häufig einen Wechsel, der zu Hause so nicht auftritt – oder umgekehrt einen, der schwächer wirkt als in Wirklichkeit.
Stark, mittel, schwach
Der Farbwechsel ist keine Ja-Nein-Eigenschaft. Bei guten Steinen liegen die beiden Farben deutlich auseinander und beide sind gesättigt. Bei schwachen Steinen bleibt es bei einer Nuancenverschiebung im Braunbereich, die man nur im direkten Vergleich bemerkt. Da es keine verbindliche Skala gibt, sollte man den Wechsel selbst sehen oder auf Bildern unter beiden Lichtarten dokumentiert bekommen. Was das für den Preis bedeutet: Sultanit Preis.
Farbwechsel und Schliff
Der Schliff beeinflusst, wie stark der Wechsel sichtbar wird. Flache Steine mit zu dünnem Unterteil zeigen weniger Farbe, weil das Licht zu kurz durch den Stein läuft. Hinzu kommt die hohe Doppelbrechung von etwa 0,048: Bei ungünstiger Orientierung erscheinen Facettenkanten sichtbar doppelt, was den Stein unruhig wirken lässt. Ein sauber orientierter Schliff kostet Rohmaterial – ein Grund, warum gut geschliffene Sultanite ihren Preis haben.
Häufige Fragen
Fazit
Der Farbwechsel des Sultanits ist echt, aber sehr unterschiedlich stark ausgeprägt. Beurteilen lässt er sich nur unter Tageslicht und echtem Glühlicht – nicht unter LED.
