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Das Edelstein-Lexikon

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Skapolith Lexikon · Herkunft & Fundorte

Skapolith – Herkunft & Fundorte

Skapolith

Monte Somma und die europäischen Klassiker

Die Typlokalität des Meionits liegt am Monte Somma, dem älteren Kraterwall des Vesuvs in Kampanien. Dort fand Haüy 1801 das calciumreiche Endglied in ausgeworfenen, kontaktmetamorph veränderten Kalksteinblöcken — denselben Blöcken, aus denen auch der Vesuvianit stammt. Ein zweiter europäischer Klassiker ist Norwegen: Bei Bamble nahe Brevik und in Ødegården treten großflächig skapolithisierte Gabbros auf, an denen das Phänomen der Plagioklasverdrängung erstmals beschrieben wurde. In den Pyrenäen lieferten graue, feinkörnige Vorkommen die Varietätsnamen Dipyr und Couzeranit. Auch aus den Vulkanschloten der Eifel sind Skapolithe bekannt. Alle diese Lokalitäten sind mineralogisch bedeutsam, liefern aber praktisch keine Schleifware. Wenn Sie europäischen Skapolith suchen, suchen Sie Sammlerstufen, keine facettierten Steine. Wer facettierte Ware sucht, wird dagegen in Ostafrika, Südamerika und Südostasien fündig, wie der nächste Abschnitt zeigt.

Fundort Land Besonderheit
Monte Somma am Vesuv, KampanienItalienTyplokalität des Meionits; Erstbeschreibung durch Haüy 1801 an ausgeworfenen Kalksteinblöcken
Bamble bei Brevik und ØdegårdenNorwegengroßflächig skapolithisierte Gabbros; Referenzgebiet für die Verdrängung von Plagioklas
Grenville-Provinz, Ontario und QuébecKanadagroße Kristalle in Apatit- und Calcitlagerstätten, überwiegend trüb, Sammlermaterial
Region DodomaTansaniabestes goldgelbes Material in Handelsmengen, außerdem violette und rosa Steine
Espírito SantoBrasilienblassgelbes Material, facettiert bis etwa 30 Karat, meist mit sichtbaren Einschlüssen
Madagaskar (verschiedene Pegmatitgebiete)Madagaskargelbe, gut facettierbare Kristalle, daneben violettes Material
MogokMyanmarweiße, gelbe und rosa bis violette Steine, bekannteste Katzenaugen, kräftige Fluoreszenz
PyrenäenFrankreichgraue, feinkörnige Vorkommen; Namensgeber der Varietäten Dipyr und Couzeranit

Tansania, Brasilien und Madagaskar: der Markt heute

Die Versorgung des Handels mit schleifbarem Material läuft über drei Länder. Tansania liefert aus der Region Dodoma das beste goldgelbe Material in echten Handelsmengen und außerdem violette und rosa Steine; letztere überschreiten selten fünf Karat und liegen meist bei einem bis zwei Karat. Brasilien steuert aus Espírito Santo blassgelbes Material bei, das deutlich größer werden kann — facettierte Steine bis etwa 30 Karat sind belegt, allerdings meist mit sichtbaren Einschlüssen. Madagaskar liefert gelbe, gut facettierbare Kristalle. Hinzu kommt Myanmar mit weißem, gelbem und rosa bis violettem Material sowie den bekanntesten Katzenaugen; aus Mogok sind rosa Steine im Stufenschliff bis 70 Karat berichtet worden, die allerdings kaum je in den Handel gelangen. Für die Schmuckherstellung sind damit vor allem tansanisches und brasilianisches Material praktisch relevant.

Kanada und die weiteren Quellen

Die Grenville-Provinz in Ontario und Québec ist für große, gut ausgebildete Skapolithkristalle bekannt, die in Apatit- und Calcitlagerstätten wachsen. Das Material ist überwiegend trüb und dient Sammlern, gelegentlich fallen aber durchscheinende Partien für Cabochons an. Weitere Fundpunkte liegen in Kenia, Afghanistan, Tadschikistan, Pakistan, Sri Lanka, Indien, China, Peru, Mexiko und Namibia. Diese breite geografische Streuung ist bemerkenswert: Skapolith ist kein seltenes Mineral, er ist ein selten gehandeltes. Der Grund liegt nicht in der Verfügbarkeit des Rohstoffs, sondern in den Eigenschaften des geschliffenen Steins und im fehlenden Marketing. Für Sie als Käufer bedeutet das, dass Herkunftsaufschläge bei Skapolith kaum eine Rolle spielen — anders als bei Saphir oder Smaragd zahlen Sie hier für Farbe und Reinheit, nicht für ein Land. Eine Herkunftsangabe im Zertifikat ist deshalb informativ, aber kein Preisargument.

Häufige Fragen

Welches Land liefert die beste Ware?
Tansania für goldgelbes Material in Handelsmengen sowie für violette und rosa Steine, Brasilien für große blassgelbe Steine bis etwa 30 Karat, Madagaskar für gut facettierbares Gelb und Myanmar für die bekanntesten Katzenaugen. Herkunftsaufschläge sind bei Skapolith aber unüblich.
Gibt es Skapolith in Europa?
Ja, mit mehreren klassischen Lokalitäten: Monte Somma am Vesuv als Typlokalität des Meionits, Bamble und Ødegården in Norwegen, die Pyrenäen sowie die Eifel. Alle sind für Sammler interessant. Facettierbares Material liefert derzeit kein europäisches Vorkommen in nennenswerter Menge.
Wie groß werden facettierte Skapolithe?
Gelbes brasilianisches Material erreicht facettiert bis etwa 30 Karat, ist in dieser Größe aber meist deutlich eingeschlossen. Violette und rosa Steine aus Tansania bleiben in der Regel unter fünf Karat, meist bei ein bis zwei Karat. Sehr große rosa Steine aus Myanmar sind Ausnahmen.