Skarn und Eisenerz: das Milieu von Korshunovskoye
Die Lagerstätte Korshunovskoye gehört zum Typ der Magnetit-Skarne. Skarne entstehen dort, wo heiße, chemisch aggressive Lösungen aus einem magmatischen Körper karbonatreiche Nebengesteine durchdringen und deren Mineralbestand vollständig umbauen. Dabei bilden sich kalk- und magnesiumreiche Silikate wie Granat, Pyroxen, Amphibol und eben Chlorit. Im Ilim-Becken wurden die Erze in Verbindung mit trappartigem Magmatismus gebildet; Magnetit ist das wirtschaftlich abgebaute Mineral. Klinochlor entsteht in diesem System in einer späten, kühleren und wasserreichen Phase, häufig als Umwandlungsprodukt von Pyroxenen, Amphibolen und Biotit. In Klüften und Hohlräumen konnte er ungestört radialstrahlig auswachsen, und genau diese Partien liefern das Seraphinit-Material. Für Sie als Käufer ist wichtig: Der Stein ist ein Nebenprodukt des Eisenerzbergbaus und wird nicht gezielt gefördert. Begleitminerale sind neben Magnetit unter anderem Kalzit, Serpentin und Talk; der Lagerstätte verdankt auch das seltene Mineral Korshunovskit seinen Namen.
Chloritstruktur: warum das Material so weich ist
Chlorite sind Schichtsilikate. Ihre Struktur besteht aus einem Wechsel von Talk-artigen Dreierschichten und sogenannten Brucit-Zwischenschichten, die nur über schwache Wasserstoffbrücken miteinander verbunden sind. Diese Bindung senkrecht zur Schichtung ist die Schwachstelle: Sie erklärt gleichzeitig die vollkommene Spaltbarkeit nach {001}, die geringe Mohs-Härte von 2 bis 2,5, den Perlmuttglanz auf Spaltflächen und die Biegsamkeit einzelner Blättchen, die sich im Gegensatz zu Glimmer nach dem Biegen nicht zurückstellen. Innerhalb der Schichten sitzen Magnesium, Eisen und Aluminium in oktaedrischer Koordination; der Anteil an zweiwertigem Eisen steuert die Grünfärbung. Chemisch ist Klinochlor das magnesiumreiche Endglied einer Mischreihe, deren eisenreiches Gegenstück Chamosit heißt. Das Verhältnis beider Elemente bestimmt neben der Farbe auch die Dichte, die zwischen 2,60 und 3,02 g/cm³ schwankt. Praktisch heißt das: Seraphinit verhält sich beim Schleifen und Tragen eher wie Perlmutt oder Speckstein als wie ein Quarz.
Erstbeschreibung 1851 und die Herkunft des Handelsnamens
Klinochlor wurde 1851 von dem amerikanischen Geologen William Phipps Blake wissenschaftlich beschrieben. Typlokalität ist Brinton's Quarry im West Township des Chester County in Pennsylvania. Der Name verweist auf die monokline, also schiefwinklige Symmetrie und auf die grüne Farbe. Seraphinit hat dagegen keine eigene Typlokalität, da Handelsnamen mineralogisch nicht definiert sind. Die Beschreibung und Benennung des sibirischen Materials wird üblicherweise dem russischen Mineralogen Nikolai Kokscharow zugeschrieben, der im 19. Jahrhundert die Mineralien des Russischen Reiches systematisch bearbeitete. Der Name spielt auf die Seraphim an, die in der biblischen Überlieferung als geflügelte Wesen beschrieben werden; gemeint ist allein das Federmuster. Als Schmuck- und Dekomaterial ist Seraphinit erst seit dem späten 20. Jahrhundert im westlichen Handel verbreitet, was ihn zu einem vergleichsweise jungen Marktprodukt macht.
