Der Lagenkontrast bestimmt den Preis
Bei Sardonyx zählt nicht die Einzelfarbe, sondern das Zusammenspiel der Lagen. Vier Kriterien entscheiden. Erstens die Geradheit: Die Grenzflächen sollen eben und parallel verlaufen, ohne Wellen und ohne Auskeilen. Zweitens die Schärfe des Übergangs; je enger die Zone zwischen Braunrot und Weiß, desto besser lässt sich ein Relief herausarbeiten. Drittens die Sättigung: Ein tiefes, warmes Braunrot ist gesucht, blasses Graubraun nicht. Viertens die Lagendicke im Verhältnis zum geplanten Stück; für eine Kamee brauchen Sie eine helle Lage von mindestens einem bis zwei Millimetern, sonst bricht das Relief durch. Hinzu kommen die üblichen Qualitätsmerkmale: keine Risse, keine kreidigen Zonen, keine Bohrlöcher von Verwitterung, saubere Politur ohne Orangenhaut. Prüfen Sie den Stein immer auch an der Seitenkante. Dort sehen Sie den Lagenverlauf im Profil und erkennen, ob die Platte wirklich lagenparallel gesägt wurde.
| Qualitätsstufe | Merkmale | Preisspanne |
|---|---|---|
| Massenware, gefärbt | Lagen unscharf oder unregelmäßig, blasse Farben, einfache Politur | Cabochon 3 bis 12 Euro je Stück; Perlenstrang 8 bis 15 Euro |
| Handelsqualität, gefärbt | klarer Lagenkontrast, gerade Bänder, saubere Politur | Cabochon 12 bis 35 Euro je Stück; Perlenstrang 15 bis 25 Euro |
| Natürlich gefärbt, mittlere Qualität | echte Sard- und Weißlagen, leichte Trübungen oder Wellen | 20 bis 60 Euro je Stück |
| Natürlich gefärbt, Spitzenqualität | scharfe gerade Lagen, sattes Braunrot, risslos, meist indisch | 60 bis 200 Euro je Stück, rund 2 bis 8 Euro je Karat |
| Intaglio, Handarbeit | von Hand vertieft geschnitten, je nach Meister signiert | 300 bis 3000 Euro |
| Steinkamee, mehrlagig, Handarbeit | Relief über zwei bis drei Lagen, sauber unterschnitten | 500 bis mehrere tausend Euro |
| Antike Gemme mit Provenienz | römisch oder hellenistisch, dokumentierte Sammlungsgeschichte | vierstellig bis fünfstellig im Auktionshandel |
Was Sie für Ihr Geld bekommen
Sardonyx ist ein preiswerter Stein, und das gilt für alle Massenformate. Gefärbte Cabochons in gängigen Größen von 10 bis 20 Millimetern liegen im Fachhandel meist zwischen 3 und 15 Euro je Stück, sauber geschnittene Ware mit klarem Lagenkontrast zwischen 12 und 35 Euro. Ein Perlenstrang von 40 Zentimetern mit 8-Millimeter-Perlen kostet je nach Qualität 8 bis 25 Euro. Nachweislich unbehandeltes Material mit guten geraden Lagen, überwiegend aus Indien, bewegt sich eher bei 60 bis 200 Euro je Stück; auf das Karat gerechnet sind das ungefähr 2 bis 8 Euro, gegenüber deutlich unter 1 Euro je Karat für gefärbte Massenware. Den großen Sprung macht die Handarbeit: Ein von Hand geschnittenes Intaglio kostet je nach Aufwand und Signatur 300 bis 3000 Euro, eine mehrlagige Steinkamee 500 bis mehrere tausend Euro. Diese Spannen sind Erfahrungswerte des Fachhandels und keine amtlichen Notierungen.
Gefärbt, verklebt, gegossen: die drei häufigen Täuschungen
Am häufigsten und am harmlosesten ist die Färbung. Sie ist branchenüblich, wertmindernd gegenüber Naturware und muss deklariert werden; Sie erkennen sie an unnatürlich gleichmäßigen, flächigen Lagen, an Farbanreicherung in Rissen und an schwarzen Bändern, die auch an dünnen Kanten völlig undurchsichtig bleiben. Die zweite Täuschung ist die Dublette: Eine dünne Platte hellen Chalcedons wird auf dunkles Material geklebt, um einen Lagenbau vorzutäuschen, den der Stein nicht hat. Im Profil und unter der Lupe sehen Sie die Klebefuge, oft mit eingeschlossenen Luftbläschen; im Immersionsbad tritt sie deutlich hervor. Die dritte ist reines Glas, seltener Kunststoff. Glas verrät sich durch runde Luftblasen, durch einen abweichenden Brechungsindex und dadurch, dass es sich an der Wange wärmer anfühlt als Chalcedon. Verlangen Sie bei teureren Stücken, insbesondere bei geschnittenen Gemmen, eine schriftliche Bestätigung zu Material und Behandlung.
