Sweet Home Mine: Anfang und Ende einer Legende
Die Sweet Home Mine liegt bei Alma in Park County, Colorado, in etwa 3.400 Metern Höhe. Sie öffnete in den 1870er Jahren als Silbergrube und blieb als solche erfolglos, besonders nach dem Silberpreisverfall von 1893. Ab 1922 gab es wieder offizielle Arbeiten, doch ihren Ruf verdankt sie den 1990er Jahren, als unter der Firma Sweet Home Rhodo Inc. gezielt auf Rhodochrosit-Stufen abgebaut wurde. Aus dieser Phase stammen die berühmtesten Stücke der Mineralienwelt: Alma King, Alma Queen, Alma Rose, The Ribbon und The Butterfly. Der 1992 geborgene Alma King, etwa fußballgroß und rubinrot, wurde von der Coors Foundation gekauft und dem Denver Museum of Nature and Science geschenkt. 2002 erklärte Colorado Rhodochrosit zum Staatsmineral. Der Betrieb endete nach jahrelangem Auslaufen am 3. September 2024 endgültig.
| Fundort | Land | Besonderheit |
|---|---|---|
| Sweet Home Mine, Alma, Park County, Colorado | USA | Facettierbare, reinste Kristalle; Alma King 1992; Betrieb am 3. September 2024 eingestellt |
| Capillitas, Andalgalá, Catamarca | Argentinien | Stalaktitischer Bänderrhodochrosit; Höhlenfund 1986; Nationalstein Argentiniens seit 2002 |
| Cavnic (Kapnik), Maramures | Rumänien | Typlokalität der Erstbeschreibung von 1813; klassisches Sammlermaterial |
| N'Chwaning- und Wessels-Mine, Kalahari-Manganfeld | Südafrika | Intensiv rote, teils transparente Kristalle auf Manganerz |
| Uchucchacua und weitere Erzminen | Peru | Rosa bis rote Kristalle auf Sulfidstufen, überwiegend Sammlerware |
| Kola-Halbinsel | Russland | Derbe Vorkommen, kein nennenswerter Schmuckmarkt |
| Butte-Distrikt und weitere Reviere, Montana | USA | Derbe rosa Ware aus Sulfidlagerstätten |
| Baia Mare, Sacaramb und Umgebung | Rumänien | Historische Erzreviere mit klassischen Stufen des 19. Jahrhunderts |
Capillitas: die Quelle der Bänderware
Der Bergbaudistrikt Capillitas bei Andalgalá in der Provinz Catamarca ist heute die praktisch einzige Quelle für gebänderten Rhodochrosit in Schmuckqualität. Archäologische Befunde belegen Bergbau der Inka ab dem 14. Jahrhundert, damals auf Seifengold. Spanische Kolonisatoren förderten im 18. und 19. Jahrhundert Kupfer, im 20. Jahrhundert wechselten die Betreiber mehrfach, in den 1930er Jahren übernahm das argentinische Militär. Die kommerzielle Kupferförderung endete 1997, der selektive Abbau auf Rhodochrosit läuft bis heute weiter. Die ersten Stalaktiten wurden in den 1930er Jahren in kleinen Hohlräumen gefunden. Den Durchbruch brachte 1986 der Anschlag eines zusammenhängenden Höhlensystems mit Tropfsteinen von bis zu anderthalb Metern Länge. Praktisch alles, was Ihnen als rosa-weiß gebänderter Rhodochrosit angeboten wird, stammt von hier. Die Lagerstätte liegt auf rund 3.000 Metern Höhe in den Anden, was Transport und Arbeitssaison einschränkt. Der Abbau erfolgt heute weitgehend handwerklich und selektiv, weil die Tropfsteinkörper kleinräumig verteilt sind und maschineller Abbau sie zerstören würde.
Die übrigen Vorkommen und ihre Rolle
Typlokalität ist Cavnic, früher Kapnik, im rumänischen Kreis Maramures, wo Rhodochrosit 1813 erstbeschrieben wurde. Rumänisches Material aus den Gruben von Baia Mare gilt bei Sammlern als klassisch, spielt im Schmuckhandel aber keine Rolle mehr. Bedeutend für Sammler sind die N'Chwaning- und Wessels-Minen im Kalahari-Manganfeld in Südafrika, die intensiv rote, teils transparente Kristalle geliefert haben. Peru liefert aus mehreren Erzminen rosa bis rote Kristalle auf Sulfidstufen, ebenfalls überwiegend Sammlermaterial. Weiter genannt werden Vorkommen in Deutschland, auf der russischen Kola-Halbinsel, in Quebec, in Montana, in Mexiko und in Japan. Für den Schmuckmarkt gilt eine einfache Aufteilung: Fast alle gebänderten Cabochons kommen aus Argentinien, fast alle facettierten Steine aus Colorado, und alles andere ist Sammlergebiet. Weil Colorado seit 2024 nicht mehr liefert, kommt Facettenware ausschließlich aus Altbeständen.
