Kaum ein Stein hat eine so gegensätzliche Herkunft: ein kanadischer Steinbruch lieferte die ersten winzigen Kristalle, das birmanische Rubintal die ersten schleifbaren Edelsteine.
Mont-Saint-Hilaire – die Typlokalität
Poudretteit wurde in den 1960er-Jahren im Poudrette-Steinbruch bei Mont-Saint-Hilaire in Québec, Kanada, gefunden – einem der geochemisch reichsten Fundorte der Welt. Die Kristalle steckten in Marmor-Einschlüssen im Nephelinsyenit und waren winzig: farblos bis blassrosa, kaum fünf Millimeter groß, viel zu klein zum Facettieren.
- Mont-Saint-Hilaire, Kanada: Typlokalität, winzige Kristalle (1960er)
- Mogok-Tal, Myanmar: facettierbare rosa Steine (ab 2000)
- Pein-Pyit, Pyant-Gyi (Mogok): weitere birmanische Funde
- Umgebung: Marmor, Skarn, alkalische Gesteine
- Status: nur diese beiden Regionen liefern nennenswertes Material
Mogok – die Wende im Jahr 2000
Die entscheidende Wende kam 2000 im Mogok-Tal, dem legendären „Tal der Rubine“ in Myanmar. Ein Händler erwarb einen rosa-violetten, facettierten Stein, den niemand einordnen konnte; das Labor von Eduard Gübelin identifizierte ihn als Poudretteit. Erstmals gab es schleifbare, größere Kristalle in ansprechendem Rosa.
Warum gerade diese zwei Orte?
Beide Fundorte teilen eine Voraussetzung: bor-reiche, alkalische Umgebungen. In Kanada sind es Marmor-Einschlüsse im Syenit, in Mogok Skarn-Zonen am Kontakt von syenitischen Schmelzen und Marmor. Nur unter diesen seltenen Bedingungen bildet sich das Borosilikat überhaupt.
Herkunft und Verfügbarkeit
Da beide Quellen extrem wenig liefern, bleibt Poudretteit ein Ausnahmefall. Das größte bekannte facettierte Exemplar (9,41 ct) liegt im Smithsonian; die meisten Steine wiegen unter einem Karat: Poudretteit Preis.
Häufige Fragen
Fazit
Poudretteit verbindet zwei Welten: kanadische Winzlinge und birmanische Schmucksteine. Erst der Mogok-Fund von 2000 machte ihn zum facettierbaren Edelstein – und noch immer ist er extrem rar.
