Cabochon, Freiform und Platte: die sinnvollen Schliffe
Mookait ist undurchsichtig, deshalb kommt kein Facettenschliff in Frage. Sein Reiz liegt in der Fläche, und die zeigt ein flach gewölbter Cabochon am besten. Übliche Formen sind Oval, Kissen und Tropfen in Standardmaßen von 18 mal 13 bis 40 mal 30 Millimetern sowie Freiformen, die der Zeichnung folgen. Bei Bildersteinen ist die Freiform fast immer die bessere Wahl, weil eine genormte Ellipse die Komposition zerschneidet. Daneben werden Platten für Inlays und Intarsien gesägt, Kugeln, Schalen, Handschmeichler und Schnitzarbeiten gefertigt sowie Perlen für Ketten gebohrt. Für Paare sollten Sie beide Steine aus derselben Platte und in gleicher Orientierung schneiden lassen, sonst passen Farbton und Bandverlauf nicht zusammen. Eine flache Wölbung von etwa drei bis fünf Millimetern Höhe nutzt die Zeichnung besser aus als ein hoher Dom und lässt sich leichter fassen.
Sägen, Schleifen, Polieren: die Praxis
Die Bearbeitung entspricht der von Achat und Jaspis. Gesägt wird mit einer diamantbesetzten Trennscheibe unter reichlich Kühlung, geschliffen über Diamantscheiben von etwa 80er Körnung zum Vorformen bis 600er oder 1200er zum Feinschliff. Wichtig ist, jede Stufe vollständig durchzuarbeiten, denn in dichtem Kieselgestein bleiben Restspuren gröberer Körnung im Spiegel sichtbar. Poliert wird mit Ceriumoxid oder Zinnoxid auf Leder, Filz oder einer harten Kunststoffscheibe. Mookait nimmt eine sehr hohe Politur an, sofern das Material durchgehend verkieselt ist. Arbeiten Sie grundsätzlich nass: Quarzstaub ist lungengängig und die Ursache von Silikose, außerdem hält Wasser die Temperatur unten. Vermeiden Sie Trockenschliff und starken Anpressdruck, weil lokale Erwärmung feine Risse öffnet und opalreiche Partien austrocknen und aufreißen lässt. Zwischen den Körnungsstufen sollten Sie den Stein abspülen und trocken beurteilen, denn nasses Kieselgestein täuscht eine Politur vor, die noch gar nicht vorhanden ist.
Wo es schiefgeht: Risse, poröse Nester, Hitze
Zwei Probleme begegnen Ihnen regelmäßig. Das erste sind Haarrisse aus der Verwitterung, die im Rohstück kaum sichtbar sind und erst beim Sägen oder beim ersten Schleifgang auftauchen. Sägen Sie deshalb probeweise an und beurteilen Sie die nasse Schnittfläche, dort zeichnen sich Risse als feine Linien ab. Das zweite sind kreidige, opalreiche Nester, in denen die sekundäre Verkieselung unvollständig blieb. Sie sind weicher als die Umgebung, schleifen sich schneller ab und bleiben als matte Vertiefungen zurück, ein Effekt, den Schleifer Unterschleifen nennen. Beides lässt sich nicht polieren, sondern nur wegschneiden. Legen Sie die Form deshalb erst nach dem Anschliff endgültig fest. Brekziiertes Material ist zusätzlich spröde, weil der verkittende Opal weicher ist als die Fragmente; hier arbeiten Sie mit feinerer Körnung und weniger Druck.
