Hämatit und Goethit als Pigment
Die Farbursache von Mookait ist einfach zu benennen und leicht zu prüfen. Die roten Töne von Ziegelrot bis Burgunder stammen von Hämatit, dem wasserfreien Eisenoxid Fe2O3. Die gelben, ockerfarbenen und braunen Töne stammen von Goethit, dem Eisenhydroxid alpha-FeO(OH), und von Limonit, einem feinkörnigen Gemisch wasserhaltiger Eisenhydroxide. Die Pigmente liegen als feinste Körnchen zwischen den Kieselsäureteilchen. Ihre Konzentration bestimmt die Farbtiefe, ihr Verhältnis den Farbton: mehr Hämatit heißt röter, mehr Goethit heißt gelber. Der Eintrag erfolgte durch eisenhaltige Grundwässer, die aus den verwitternden Gesteinen der Kennedy Range in den Mooka Creek und in das poröse Kieselgestein sickerten. Weil beide Minerale chemisch stabil und im Silikat eingeschlossen sind, ist die Farbe von Mookait lichtecht. Ein Ausbleichen wie bei organischen Farbstoffen tritt nicht auf.
| Varietät | Farbe | Bemerkung |
|---|---|---|
| Roter oder Burgunder-Mookait | Ziegelrot bis tiefes Burgunderrot | Hämatit als Pigment; dichte, gleichmäßige Ware mit dem besten Spiegel |
| Gelber Mookait | Senfgelb, Ocker, Creme | Goethit und Limonit; oft wolkige Übergänge ins Weiße |
| Bilderstein | Rot, Gelb, Weiß in scharfen Zonen | Platten mit landschaftsartiger Zeichnung; höchste Einzelpreise |
| Brekziierter Mookait | farbige Fragmente in heller Matrix | aus größerer Tiefe; Bruchstücke durch klaren Opal verkittet, spröder |
| Rosa Ware, im Handel Pink Opal | Rosa bis Altrosa, oft gebändert | stark opalisierter Radiolarit mit Liesegang-Bändern; kein Edelopal |
| Violett gezonte Ware | Violett bis Graupurpur in Bändern | auf Mangan und organische Substanz zurückgeführt; ausgesprochen selten |
| Weiße und cremefarbene Partien | Weiß, Elfenbein | pigmentfreies Opal-CT und Chalcedon; etwas weicher, neigt zum Unterschleifen |
Weiß, Creme und Rosa: wo kein Eisen hinkam
Die weißen und cremefarbenen Partien sind kein eigener Bestandteil, sondern die pigmentfreie Grundmasse: Opal-CT und Chalcedon ohne Eisenanteil. Sie wirken porzellanartig und heben die farbigen Zonen erst richtig hervor. An solchen Stellen ist das Gestein häufig etwas opalreicher und damit eine Spur weicher, was beim Polieren zu leichtem Unterschleifen führen kann. Rosa und violette Töne sind selten und werden auf Mangan sowie auf organische Substanz zurückgeführt. Besonders begehrt sind Stücke, in denen der Farbwechsel als scharfe Liesegang-Bänderung auftritt, also als rhythmische Ringe und Linien, wie sie beim Ausfällen von Eisen aus wandernden Lösungen entstehen. Im Handel werden solche rosa, stark opalisierten Partien gelegentlich als Pink Opal vermarktet. Der Begriff ist ein Verkaufsname für opalisierten Radiolarit, kein Edelopal, und er sagt weder ein Farbenspiel noch einen höheren Wasseranteil zu. Prüfen Sie bei solcher Ware besonders sorgfältig auf Sprünge, denn opalreiche Partien sind die empfindlichsten des ganzen Materials.
Varietäten und Handelsnamen
Mookait wird nach Farbe und Gefüge sortiert. Als Gelber Mookait läuft weiches Senfgelb mit cremigen Schlieren, als Roter oder Burgunder-Mookait dichtes Rot bis Rotbraun. Bilderstein nennen Schleifer Platten, in denen die Farbgrenzen als Landschaft lesbar sind, sie erzielen die höchsten Einzelpreise. Brekziierter Mookait stammt aus größerer Tiefe: Hier ist das Gestein zerbrochen und die Bruchstücke sind durch klaren, durchscheinenden Opal wieder verkittet, was ein Mosaik aus farbigen Scherben in heller Matrix ergibt. Als Handelsnamen begegnen Ihnen Mookait, Mookaite, Mookite, Mookalite, Mookerite, Mook Jasper und Australischer Jaspis. Alle bezeichnen dasselbe Material vom selben Fundort. Eine geschützte Bezeichnung ist keiner dieser Namen, weshalb sie gelegentlich auch auf fremdes Material geklebt werden. Für den Kauf heißt das: Die Sortierbezeichnung sagt etwas über Farbe und Gefüge aus, über die Qualität einer einzelnen Platte sagt sie nichts. Beurteilen Sie immer das konkrete Stück, nicht den Namen auf dem Etikett.
