Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

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Mookait Lexikon · Entstehung & Mineralogie

Mookait – Entstehung & Mineralogie

Mookait

Radiolarienschlamm am Rand eines Kreidemeeres

Vor etwa 118 bis 110 Millionen Jahren, im oberen Apt und beginnenden Alb der Unterkreide, lag das heutige Gascoyne-Gebiet unter einem flachen Randmeer. Untersuchungen an Bohrkernen des Carnarvon-Beckens weisen für die Windalia Radiolarite eine innere neritische Ablagerung in weniger als vierzig Metern Wassertiefe nach, belegt unter anderem durch Brachiopoden vom Lingula-Typ und durch Kerogen terrestrischer Herkunft. In diesem Wasser lebten Radiolarien in gewaltiger Zahl, einzellige Planktonorganismen, die ihr Skelett aus Opal-A aufbauen. Ihre Gehäuse sanken zu Boden und bildeten zusammen mit Ton einen Radiolarienschlamm. In einzelnen Lagen der Formation machen die Radiolarien über fünfzig Prozent des Gesteins aus. Anders als bei Tiefseeradiolariten entstand Mookait also nicht in der Tiefsee, sondern nahe der Küste, und die Nähe zum Festland ist der Grund für den späteren Eisenreichtum, der ihm seine Farben gab.

Von Opal-A über Opal-CT zum Chalcedon

Nach der Ablagerung durchläuft Kieselsäure eine feste Reifungsfolge. Das amorphe Opal-A der Skelette löst sich bei zunehmender Versenkung und fällt als Opal-CT wieder aus, einer fehlgeordneten Verwachsung von Cristobalit und Tridymit. Aus Opal-CT entsteht bei weiterer Umwandlung Chalcedon und schließlich Mikroquarz. In Mookait sind alle Stufen nebeneinander erhalten, und genau das unterscheidet ihn von reinem Jaspis. Die erste Verdichtung machte aus dem weichen Schlamm einen Porzellanit, ein dichtes, porzellanartig brechendes Kieselgestein. Eine zweite, sekundäre Verkieselung durch kieselsäurereiche Grundwässer füllte den verbliebenen Porenraum und schloss dabei die Eisenpigmente ein. Erst dieser zweite Schritt macht das Material so dicht, dass es hochglänzend poliert. Wo er unvollständig blieb, sind kreidige, poröse Nester erhalten, die beim Schleifen zurückbleiben und den Spiegel stören. Weil Opal-CT und Chalcedon im selben Stück nebeneinander vorliegen, schwankt auch die Härte innerhalb einer Platte geringfügig, und genau daraus ergeben sich die Schwierigkeiten beim Feinschliff.

Die Windalia Radiolarite in der Schichtenfolge des Carnarvon-Beckens

Stratigraphisch gehört Mookait zur Windalia Radiolarite, einer Formation der Winning Group im Carnarvon-Becken Westaustraliens. Die Einheit liegt zwischen dem flacher abgelagerten Muderong Shale im Liegenden und dem tiefer abgelagerten Gearle Siltstone im Hangenden und markiert damit eine Vertiefung des Ablagerungsraums. In Bohrungen erreicht sie Mächtigkeiten von etwa 22 bis 83 Metern und nimmt nach Norden zu. Die Gesteinsausbildung schwankt stark: In vielen Profilen ist sie ein dunkelgrauer, radiolarienreicher Mudstone und teils sogar mürbe, nur in einzelnen Bereichen ist sie durchgreifend verkieselt. Die Einheit wird seit den Arbeiten zum Carnarvon-Becken ab den 1950er- und 1960er-Jahren geführt, die Radiolarienfauna der Typlokalität bearbeitete Ellis 1993. Der Handelsname Mookait entstand unabhängig davon in den 1960er-Jahren am Fundort selbst und benennt nur die bunte, schleifbare Ausbildung.

Häufige Fragen

Wie alt ist Mookait genau?
Das Ausgangssediment stammt aus der Unterkreide, oberes Apt bis unterstes Alb, das entspricht rund 118 bis 110 Millionen Jahren. Die Verkieselung und der Eiseneintrag erfolgten später während der Versenkung und der späteren Verwitterung, dafür gibt es keine genaue Datierung.
Was sind Radiolarien?
Einzellige marine Planktonorganismen von etwa 0,1 bis 0,2 Millimetern Größe, die ein feines Skelett aus Opal ausscheiden. Nach dem Absterben sinken die Skelette zu Boden. In Mookait sind sie im Dünnschliff als runde, oft rekristallisierte Körper noch erkennbar.
Warum lässt sich Mookait so gut polieren?
Weil die sekundäre Verkieselung den Porenraum weitgehend gefüllt hat. Das Gefüge ist dicht, gleichkörnig und ohne Spaltbarkeit oder Schieferung. Damit fehlen die Schwächeflächen, an denen andere Kieselgesteine beim Polieren ausbrechen oder unterschiedlich schnell abtragen.