Mooka Creek und Mooka Station: die eine Fundstelle
Die Typlokalität des Handelsnamens ist der Mooka Creek auf dem Weidegebiet Mooka Station an der Westflanke der Kennedy Range, Gascoyne-Region, Westaustralien. Sie liegt etwa 180 Kilometer östlich der Küstenstadt Carnarvon, nicht weit von der Siedlung Gascoyne Junction. Der Zugang führt über den Gascoyne River und ist nur mit Allradfahrzeugen möglich. Das Material steht im Bachbett und an den angrenzenden Hängen an, wo die Windalia Radiolarite unter der Wüstenoberfläche ausstreicht. Abgebaut wird es seit den 1960er-Jahren, zunächst von einzelnen Sammlern, später auf Schürfrechten. Teile des Gebiets gehören heute zum Kennedy Range National Park, was die Zahl der gültigen Rechte stark begrenzt hat. Die verbliebenen Genehmigungen beschränken sich weitgehend auf das Flussbett, in dem das Gestein ohne großen Aufwand freigelegt werden kann. Historische Bedeutung hat der Ort zudem als Rohstoffquelle für Steinwerkzeuge.
| Fundort | Land | Besonderheit |
|---|---|---|
| Mooka Creek, Mooka Station, Kennedy Range | Australien | einzige Quelle für Schmucksteinqualität; Abbau im Bachbett seit den 1960er-Jahren |
| Kennedy Range National Park, Westflanke | Australien | Teile des klassischen Gebiets stehen unter Schutz, Schürfrechte stark begrenzt |
| Umgebung von Gascoyne Junction | Australien | Sammel- und Verladeort; viele Händler nennen ihn als Herkunftsangabe |
| Südliches Carnarvon-Becken, Gascoyne-Plattform | Australien | Windalia Radiolarite weit verbreitet, dort aber grauer Mudstone ohne Schmuckwert |
| Carnarvon, Küste | Australien | etwa 180 Kilometer westlich, üblicher Bezugspunkt für die Lagebeschreibung |
| Madagaskar, Indien, südliches Afrika | diverse | Quellen ähnlich gezeichneter Jaspise, die fälschlich als Mookait verkauft werden |
Warum es keine zweite Quelle gibt
Die Windalia Radiolarite ist im südlichen Carnarvon-Becken weit verbreitet und aus zahlreichen Bohrungen bekannt. Nur am Mooka Creek trifft aber alles zusammen, was Schmucksteinqualität ausmacht: eine durchgreifende sekundäre Verkieselung, ein kräftiger Eiseneintrag aus der benachbarten Kennedy Range und eine Freilegung durch Erosion, die das Material ohne Tiefbau erreichbar macht. In den meisten anderen Profilen ist dieselbe Formation ein dunkelgrauer, mürber Mudstone ohne Farbe und ohne Politurfähigkeit. Deshalb gibt es kein zweites Vorkommen, das Mookait liefern könnte, weder anderswo in Australien noch in Afrika, Madagaskar oder Indien. Wenn Ihnen Mookait aus einer anderen Quelle angeboten wird, handelt es sich um einen anderen Stein unter fremdem Namen. Diese Einzigartigkeit ist der wichtigste preisbildende Faktor bei einem Material, das ansonsten reichlich vorhanden ist.
Marktlage: Vorräte, Wege und Verfügbarkeit in Europa
Mookait ist nicht knapp, hochwertiger Mookait schon. Die abbauenden Betriebe berichten, dass zwei Jahrzehnte Abbau die Vorräte an mehrfarbigem Spitzenmaterial erschöpft haben, während einfachere, einfarbige oder rissige Ware im Bachbett weiterhin reichlich vorkommt. Der Weg in den europäischen Handel führt fast immer über australische Schleifereien und Großhändler, die das Gestein als Rohbrocken, gesägte Platten und fertige Cabochons ausliefern. Ein zweiter Strom geht als billige Rohware nach Asien und kommt von dort als Trommelsteine, Perlen und Kugeln zurück. Deutsche Großhändler führen Rohware laufend in mehreren Sortierungen und in Mengen von mehreren Tonnen, was zeigt, dass es an Masse nicht mangelt. Wer eine bestimmte Zeichnung sucht, etwa für ein Paar Ohrringe, sollte dennoch Geduld einplanen und nach Möglichkeit aus einer Platte arbeiten lassen.
