Mookait ist kein Mineral, sondern ein Gestein: ein verkieselter Radiolarit aus der Windalia Radiolarite Formation Westaustraliens, dessen rote, gelbe, ockerfarbene und weiße Zeichnung von Eisenoxiden und eisenfreier Kieselsäure stammt. Er kommt aus einem einzigen Gebiet am Mooka Creek nahe der Kennedy Range, und genau das bestimmt seinen Preis.
Mookait – die Kennzahlen
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Mineralklasse | kein Mineral, sondern ein Sedimentgestein: verkieselter Radiolarit (Porzellanit) aus der Gruppe der Kieselgesteine; Gemengteile sind Opal-CT, Chalcedon und Mikroquarz mit Eisenoxiden und Eisenhydroxiden |
| Chemische Formel | SiO2 als Hauptbestandteil, teils wasserhaltig als Opal SiO2·nH2O; Farbträger sind Hämatit Fe2O3 und Goethit alpha-FeO(OH), untergeordnet Limonit und Manganoxide |
| Kristallsystem | als Gestein kein eigenes Kristallsystem; Chalcedon und Mikroquarz trigonal, Opal-CT als fehlgeordnete Verwachsung von Cristobalit und Tridymit weitgehend röntgenamorph |
| Mohs-Härte | 6,5 bis 7; opalreiche, kreidig wirkende Partien liegen am unteren Ende, dicht verkieselte Lagen erreichen Quarzhärte |
| Dichte | 2,57 bis 2,64 g/cm³ (Handelsangabe für Mookait); Jaspis allgemein 2,55 bis 2,91 g/cm³ |
| Brechungsindex | an der polierten Fläche als Spotwert etwa 1,54; für Jaspis werden 1,540 bis 1,553 angegeben, opalreiche Partien liegen tiefer |
| Doppelbrechung | am dichten Aggregat nicht messbar |
| Glanz | Glasglanz bis Wachsglanz auf polierten Flächen, matt bis erdig im Bruch verwitterter Stücke |
| Spaltbarkeit | keine |
| Bruch | muschelig bis splittrig, an porösen opalreichen Nestern uneben |
| Transparenz | undurchsichtig; nur dünne Ränder brekziierter und opalreicher Stücke sind schwach durchscheinend |
| Farben | Burgunderrot, Ziegelrot, Rostbraun, Ocker, Senfgelb, Creme und Weiß, seltener Rosa und Violett, häufig in Wolken, Bändern und Flammen nebeneinander; Strich weiß bis gelblich oder rötlich |
| Wichtigste Fundorte | Mooka Creek auf Mooka Station an der Westflanke der Kennedy Range, Gascoyne-Region, etwa 180 Kilometer östlich von Carnarvon und nahe Gascoyne Junction, Westaustralien; weitere Aufschlüsse der Windalia Radiolarite im südlichen Carnarvon-Becken liefern kein Schmucksteinmaterial |
| Behandlungen | unbehandelt üblich; gelegentlich Harzstabilisierung rissiger oder poröser Partien, Wachs auf Trommelsteinen; Färbung ist bei echtem Mookait unüblich, wohl aber bei gefärbtem Jaspis, der unter dem Namen angeboten wird |
| Erstbeschreibung | die geologische Einheit Windalia Radiolarite wird seit den Arbeiten zum Carnarvon-Becken ab den 1950er- und 1960er-Jahren geführt, die Radiolarienfauna der Typlokalität wurde von Ellis 1993 bearbeitet; der Handelsname Mookait entstand in den 1960er-Jahren nach dem Mooka Creek |
Ein Gestein, kein Mineral: was Mookait wirklich ist
Mookait wird im Handel fast immer als Jaspis geführt, und mineralogisch ist das ungenau. Mookait ist ein Gestein, genauer ein verkieselter Radiolarit, den das Australian Museum als silicified porcellanite beschreibt. Sein Ausgangsmaterial ist kein Vulkanaschestaub und kein Kieselschlamm aus hydrothermaler Quelle, sondern der Panzerschlamm von Radiolarien, winzigen marinen Einzellern, die ihr Skelett aus Opal bauen. In manchen Lagen der zugehörigen Formation machen diese Skelette über die Hälfte des Gesteins aus. Was Sie in der Hand halten, ist also ein Sedimentgestein aus Kieselsäure, das später ein zweites Mal verkieselt wurde und dabei seine porzellanartige Dichte gewann. Für die Praxis heißt das: Mookait verhält sich beim Schleifen und im Schmuck wie ein guter Jaspis, seine Entstehung ist aber eine andere. Wer das versteht, versteht auch, warum es weltweit nur ein einziges Vorkommen gibt und warum das Material so gleichmäßig poliert.
Woher die Farben kommen: Hämatit, Goethit und weiße Kieselsäure
Die Farbe von Mookait ist reine Eisenchemie. Rot bis Burgunderrot geht auf fein verteilten Hämatit zurück, das wasserfreie Eisenoxid Fe2O3. Gelb, Ocker und Braun stammen von Goethit, dem Eisenhydroxid alpha-FeO(OH), und von Limonit als dessen schlecht kristallisiertem Gemisch. Beide Pigmente wurden von eisenreichen Grundwässern in das poröse Kieselgestein eingetragen und dort eingeschlossen, als die zweite Verkieselung die Poren verschloss. Die weißen und cremefarbenen Anteile sind dagegen schlicht die eisenfreien Bereiche: dort besteht das Gestein aus Opal-CT und Chalcedon ohne Pigment. Seltene violette und rosa Töne werden auf Mangan und organische Substanz zurückgeführt, sie sind im Handel Ausnahmeware. Weil die Pigmente mineralisch und im Silikat eingeschlossen sind, ist die Farbe licht- und alterungsbeständig. Ein Mookait, den Sie heute kaufen, sieht in zehn Jahren am Fenster noch genauso aus.
Ein einziges Vorkommen weltweit: Mooka Creek am Kennedy Range
Mookait kommt aus einem Gebiet von wenigen Quadratkilometern. Die Fundstelle liegt am Mooka Creek auf Mooka Station an der Westflanke der Kennedy Range in der Gascoyne-Region Westaustraliens, rund 180 Kilometer östlich von Carnarvon und nahe Gascoyne Junction. Das Material stammt aus der Windalia Radiolarite Formation, die im gesamten südlichen Carnarvon-Becken verbreitet ist, aber nur hier in der bunten, dicht verkieselten Ausbildung ansteht, die sich schleifen lässt. Der Name folgt dem Bach: Mooka Creek, daraus Mookait, im englischen Handel Mookaite. Die häufig zu lesende Deutung, Mooka sei ein Wort der Aborigines für fließendes Wasser, wird von den Betreibern der Mine selbst als unsicher bezeichnet, weil Rückfragen bei Vertretern der ansässigen Gruppen keine Bestätigung ergaben. Behandeln Sie die Etymologie also als Überlieferung, nicht als gesicherte Tatsache. Der Abbau läuft seit den 1960er-Jahren.
Was Mookait im Handel kostet und woran Sie gute Ware erkennen
Mookait ist ein preiswerter Schmuckstein, aber kein beliebiger. Rohware in Schleifqualität kostet im deutschen Großhandel je nach Sortierung etwa 17,40 bis 30 Euro pro Kilogramm, amerikanische Lapidärhändler verlangen rund 12 US-Dollar pro Pfund, also etwa 26 US-Dollar je Kilogramm. Fertige Cabochons in Standardmaßen von 18 mal 13 bis 30 mal 40 Millimeter liegen im Großhandel bei rund 2,50 bis 5 US-Dollar je Stück, gut ausgesuchte Einzelstücke bei Fachhändlern zwischen etwa 16 und 140 US-Dollar. Den Preis treiben nicht Karatgewicht oder Reinheit, sondern Zeichnung und Politur: klare Farbgrenzen, kräftiges Rot neben Gelb, ein geschlossener Spiegel ohne Grübchen. Achten Sie auf feine Haarrisse und auf kreidige, opalreiche Nester, die beim Polieren zurückbleiben. Und lassen Sie sich die Herkunft nennen, denn echter Mookait kommt ausschließlich aus diesem einen Gebiet.
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Kurz gefasst
Mookait ist einer der wenigen Schmucksteine, bei denen Sie Herkunft und Material sicher zuordnen können: ein Vorkommen, ein Gestein, mineralische Farben ohne Behandlung. Wir empfehlen ihn für Anhänger, Broschen, Manschettenknöpfe und Inlays, im Ring nur in einer Zargenfassung. Kaufen Sie nach Zeichnung und Politur, nicht nach Gewicht, und zahlen Sie für kräftigen Farbkontrast ohne Haarrisse bewusst etwas mehr. Verlangen Sie die Angabe Mooka Creek oder Kennedy Range. Wo sie fehlt, ist Vorsicht geboten.
Die mineralogischen Kennzahlen dieses Clusters wurden gegen mineralogische Fachquellen und Laborberichte abgeglichen; Preisangaben sind Handelsspannen und keine verbindlichen Notierungen.
Über dieses Lexikon
Die Angaben zu Mookait stammen aus dem Lexikon von Edelsteine-24 – Direktimport seit 2002 mit eigenem gemmologischem Labor. Die Inhalte richten sich an Käufer, Sammler und alle, die den Stein fachlich einordnen möchten.
