Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

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Hemimorphit Lexikon · Qualität & Preis

Hemimorphit – Qualität & Preis

Hemimorphit

Was den Preis eines Hemimorphits bestimmt

Bei blauem Cabochonmaterial entscheidet zuerst die Farbe. Gefragt ist ein kräftiges, gleichmäßiges Türkisblau; blasse, ins Graue gehende oder fleckige Ware verliert deutlich an Wert. An zweiter Stelle steht die Struktur: Eine feine, regelmäßige Traubenzeichnung mit klaren Kontrasten zwischen blauen und weißen Zonen bringt mehr als eine strukturlose Fläche oder eine grobe, ausgebrochene Oberfläche. Drittens zählt die Politurfähigkeit. Poröses Material nimmt keinen geschlossenen Glanz an und wirkt stumpf, auch wenn die Farbe stimmt. Risse, Hohlräume und anhaftendes Nebengestein mindern den Wert, sofern sie nicht bewusst als Teil einer Freiform stehen bleiben. Die Größe spielt eine geringere Rolle als bei teuren Edelsteinen, weil das Material in großen Platten verfügbar ist; sehr große, gleichmäßige Stücke bringen dennoch einen Aufschlag. Bei facettierten Steinen dreht sich die Gewichtung um: Dort zählen Reinheit, Größe und Schliffqualität, weil überhaupt facettierfähiges Rohmaterial die Ausnahme ist.

Qualitätsstufe Merkmale Preisspanne
Rohmaterial, Handelsqualitätgemischte Farben, viel Nebengestein, für Trommelsteine und Dekoca. 0,05 bis 0,15 Euro pro Karat
Rohmaterial, ausgesucht blaugleichmäßig blaue Krustenpartien, schleifbarca. 0,30 bis 0,50 Euro pro Karat
Cabochon, einfache Qualitätblass oder fleckig, poröse Stellen, Politur stumpfca. 0,40 bis 5 Euro pro Karat
Cabochon, gute bis sehr gute Qualitätkräftiges Türkisblau, feine Traubenzeichnung, geschlossene Politurca. 12 bis 20 Euro pro Karat
Cabochon, fertiges Stück 7 bis 30 ctmarktüblicher Schmuckstein aus Yunnanca. 20 bis 100 Euro pro Stück
Facettiert, unter 1 ctfarblos bis schwach gelblich, aus Mexikoca. 20 bis 60 Euro pro Karat
Facettiert, über 1 ct, augenreinsauber geschliffen, rissfrei, selten über 3 ctca. 60 bis 110 Euro pro Karat

Qualitätsstufen und realistische Preisspannen

Hemimorphit bewegt sich im unteren bis mittleren Preissegment und bleibt damit auch für Einsteiger erreichbar. Rohmaterial in Handelsqualität kostet nach Angaben von Handelsplattformen umgerechnet etwa 0,05 bis 0,15 Euro pro Karat, ausgesuchte blaue Rohstücke 0,30 bis 0,50 Euro pro Karat. Fertige Cabochons einfacher Qualität liegen bei etwa 0,40 bis 5 Euro pro Karat, gute bis sehr gute Ware bei 12 bis 20 Euro pro Karat. Ein typischer Cabochon von 7 bis 30 Karat kostet damit im Fachhandel meist zwischen 20 und 100 Euro. Facettierte Steine sind ein eigenes Segment: Sie werden mit etwa 20 bis 110 Euro pro Karat gehandelt, wobei die obere Spanne für saubere Steine über einem Karat gilt. Da die Steine selten drei Karat überschreiten, liegt der Stückpreis auch bei Spitzenware meist unter 300 Euro. Alle Angaben sind Marktspannen und keine festen Preise; Kursschwankungen und Messelagen wirken sich unmittelbar aus.

Verwechslungen, Imitationen und der Prüfweg

Blauer Hemimorphit wird am häufigsten mit Chrysokoll, Smithsonit, Türkis und gebändertem Aurichalcit verwechselt, gelegentlich auch mit blau gefärbtem Howlith oder Magnesit. Bewusste Fälschungen sind selten, weil der Stein zu preiswert ist, um den Aufwand zu lohnen; die Probleme entstehen eher durch unklare Deklaration. Die Trennung gelingt ohne aufwendige Geräte. Die Dichte ist der stärkste Hinweis: Hemimorphit liegt bei 3,4 bis 3,5 g/cm³ und damit deutlich über Türkis mit 2,6 bis 2,9, Chrysokoll mit etwa 2,0 bis 2,4 und Howlith mit rund 2,6. Smithsonit liegt mit 4,3 bis 4,5 klar darüber. Der Brechungsindex von 1,614 bis 1,636 lässt sich an einer polierten Kuppe im Distanzverfahren bestimmen. Ein Tropfen verdünnter Salzsäure auf einer unauffälligen Stelle löst Smithsonit unter Aufbrausen, während Hemimorphit ohne Gasentwicklung reagiert. Behandlungen sind unüblich; gelegentlich wird poröses Material mit Kunstharz stabilisiert, was deklariert gehört.

Häufige Fragen

Wie unterscheide ich Hemimorphit von Chrysokoll?
Über die Dichte. Hemimorphit liegt bei 3,4 bis 3,5 g/cm³, Chrysokoll nur bei etwa 2,0 bis 2,4. Ein Stück Hemimorphit fühlt sich in der Hand spürbar schwerer an. Auch der Brechungsindex trennt beide: 1,61 bis 1,64 gegenüber etwa 1,46 bis 1,57 beim Chrysokoll.
Wird Hemimorphit behandelt?
Üblicherweise nicht. Farbe und Struktur des chinesischen und mexikanischen Materials sind natürlich. Gelegentlich wird sehr poröses Krustenmaterial mit Kunstharz stabilisiert, damit es sich polieren lässt; das sollte beim Verkauf offengelegt werden. Erhitzen oder Färben sind bei diesem Stein nicht handelsüblich.
Lohnt sich Hemimorphit als Wertanlage?
Nein. Der Stein ist reichlich verfügbar, weich und preislich im unteren Segment angesiedelt; es gibt keinen belastbaren Markt für Wertsteigerungen. Kaufen Sie ihn, weil Ihnen die Farbe und die Struktur gefallen, nicht als Investment.