Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

Von Achat bis Zirkonia – 142 Edelsteine mit Bildern, gemmologischen Daten und ausführlichen Hintergrundartikeln.

Diamant Lexikon · Handel & Wertschöpfung

Der Diamanthandel – von der Mine zum Schmuckstück

Diamant

Zwischen der Mine und dem fertigen Ring liegt eine der eigenwilligsten Handelsketten der Welt – geprägt von einem einzigartigen Verteilsystem, wenigen Handelszentren und einer berühmten Preisliste.

Die Wertschöpfungskette im Überblick

De Beers und das Sightholder-System

Über Jahrzehnte kontrollierte der Konzern De Beers den Großteil des Rohdiamantenhandels. Sein Kernstück ist bis heute das Sightholder-System: Ein ausgewählter Kreis von rund 70 bis 80 akkreditierten Firmen darf bei sogenannten „Sights" – etwa zehn Verkaufsereignissen pro Jahr – vorab zusammengestellte Pakete („Parcels") zu festgesetzten Preisen kaufen. Verhandeln ist nicht vorgesehen: Man nimmt das Paket komplett an oder lehnt es ab. Seit dem Programm „Supplier of Choice" (ab 2000) müssen Sightholder zusätzliche Kriterien wie Finanzkraft und ethische Standards erfüllen.

Antwerpen – das Welthandelszentrum

Kein Ort ist enger mit Diamanten verbunden als Antwerpen. Über das dortige Diamantenviertel läuft ein sehr großer Teil des weltweiten Rohdiamantenhandels. Hochwertige Steine werden traditionell in Antwerpen geschliffen, während der Großteil der kleineren Ware in den Schleifzentren Indiens – vor allem in Surat – bearbeitet wird, wo ein Großteil aller Diamanten weltweit geschliffen wird.

Die Rapaport-Preisliste: Als Orientierungsanker im Handel dient die wöchentlich veröffentlichte Rapaport-Preisliste. Händler nennen einen Listenpreis und verhandeln dann Auf- oder Abschläge. Sie ist kein fester Endpreis, aber der weltweite Referenzrahmen für geschliffene Diamanten.

Aktuelle Verschiebungen

Der Handel ist im Wandel. Die G7- und EU-Sanktionen gegen russische Diamanten seit 2022 haben die Ströme verändert und Antwerpens Rohdiamantenhandel spürbar zurückgehen lassen. Gleichzeitig gewinnen synthetische Diamanten Marktanteile, und die Nachfrage nach lückenloser Rückverfolgbarkeit steigt.

Der Vorteil des direkten Imports

Je kürzer die Handelskette, desto besser lässt sich Herkunft nachvollziehen – und desto weniger Zwischenhändler verteuern den Stein. Als direkter Importeur verkürzt Edelsteine-24 diese Kette und kennt die Bezugsquellen der Ware.

Häufige Fragen

Was ist das Sightholder-System?
Das Sightholder-System ist De Beers' Verteilmechanismus für Rohdiamanten. Rund 70 bis 80 akkreditierte Firmen dürfen bei etwa zehn Verkaufsereignissen pro Jahr vorab zusammengestellte Pakete zu festen Preisen kaufen – ohne zu verhandeln. Man nimmt das Paket komplett an oder lehnt es ab.
Warum ist Antwerpen wichtig für Diamanten?
Über das Antwerpener Diamantenviertel läuft ein sehr großer Teil des weltweiten Rohdiamantenhandels. Hochwertige Steine werden dort geschliffen, während der Großteil der kleineren Ware in indischen Schleifzentren wie Surat bearbeitet wird.
Was ist die Rapaport-Preisliste?
Die Rapaport-Preisliste ist ein wöchentlich veröffentlichter Referenzrahmen für geschliffene Diamanten. Händler nennen einen Listenpreis und verhandeln Auf- oder Abschläge. Sie ist kein fester Endpreis, aber der weltweite Orientierungsanker.

Fazit

Der Diamanthandel ist ein System aus wenigen mächtigen Akteuren, traditionsreichen Handelsplätzen und festen Preisankern. Für den Käufer zählt am Ende, wie transparent und kurz die Kette bis zum Stein ist. Alle Diamanten bei Edelsteine-24 kommen direkt vom Importeur, geprüft im eigenen Labor.