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Diamant Lexikon · Abbau & Förderung

Diamantabbau – von der Mine zum Rohstein

Diamant

Bevor ein Diamant funkelt, liegt ein langer Weg hinter ihm – von tief unter der Erde bis an die Oberfläche. Der Abbau erfolgt je nach Lagerstätte auf sehr unterschiedliche Weise.

Wo Diamanten liegen

Diamanten entstehen tief im Erdmantel und werden durch vulkanische Schlote – sogenannte Kimberlit- und Lamproit-Pipes – an die Oberfläche transportiert. Mehr dazu auf der Seite Entstehung & Geologie. Diese Pipes bilden die primären Lagerstätten. Durch Verwitterung und Flüsse gelangen Diamanten über Jahrmillionen aber auch in sekundäre Lagerstätten – Flussbetten, Küsten und den Meeresboden.

Die vier Abbaumethoden

MethodeWieWo typisch
TagebauGroße offene Gruben, Abtragung Schicht für SchichtBotswana, Russland, Kanada
UntertagebauTiefe Stollen und Schächte, wenn der Tagebau zu tief wirdSüdafrika (Cullinan, Finsch)
AlluvialAuswaschung aus Fluss- und KüstensedimentenAngola, Westafrika
MarinFörderung vom Meeresboden mit SpezialschiffenNamibia (Atlantikküste)

Der weitaus häufigste Weg ist der Tagebau, weil viele Lagerstätten oberflächennah liegen. Erst wenn eine Grube zu tief wird, wechselt man in den kostspieligeren Untertagebau.

Vom Erz zum Rohdiamanten

Das diamanthaltige Gestein wird zerkleinert und in mehreren Stufen aufbereitet. Moderne Anlagen nutzen die physikalischen Eigenschaften der Diamanten – etwa ihr Verhalten unter Röntgenlicht oder ihre Dichte –, um sie vom tauben Gestein zu trennen. Aus vielen Tonnen Gestein wird oft nur ein Bruchteil eines Karats gewonnen, was die Seltenheit erklärt. Nur ein kleiner Teil der geförderten Diamanten erreicht Schmuckqualität; der Rest geht in die Industrie.

Die größten Diamantminen der Welt

Weltproduktion: 2023 wurden weltweit rund 74 Millionen Karat Rohdiamanten gefördert. Russland führt beim Volumen (rund 24 Millionen Karat), Botswana und Kanada folgen. Beim Wert der Förderung liegt Botswana vorn, weil dort besonders viele große, hochwertige Steine gewonnen werden.

Häufige Fragen

Wie werden Diamanten abgebaut?
Es gibt vier Hauptmethoden: Tagebau (offene Gruben, am häufigsten), Untertagebau (tiefe Stollen, wenn der Tagebau zu tief wird), alluvialer Abbau (Auswaschung aus Fluss- und Küstensedimenten) und mariner Abbau (Förderung vom Meeresboden, etwa vor Namibia).
Wo gibt es die größten Diamantminen?
Zu den größten und wertvollsten zählen Jwaneng und Orapa in Botswana, die sibirischen Minen Mir, Udachny und Aikhal in Russland, Diavik und Ekati in Kanada sowie die 2020 geschlossene Argyle-Mine in Australien, die für pinke Diamanten bekannt war.
Wie viele Diamanten werden pro Jahr gefördert?
2023 wurden weltweit rund 74 Millionen Karat Rohdiamanten gefördert. Russland führt beim Fördervolumen, während Botswana beim Wert vorn liegt, weil dort besonders viele große, hochwertige Steine gewonnen werden. Nur ein kleiner Teil erreicht Schmuckqualität.

Fazit

Ob Tagebau in der Kalahari, Untertagebau in Südafrika oder Förderung vom Meeresboden vor Namibia – der Weg des Diamanten beginnt mit enormem Aufwand. Diese Seltenheit ist ein Grund für den bleibenden Wert. Wie der Rohstein danach in den Handel gelangt, erklärt die Seite Diamanthandel.