Wer einen Rohdiamanten in der Hand hält, hält ein Stück Erdmantel – unbearbeitet, so wie er vor Hunderten Millionen Jahren an die Oberfläche kam. Rohdiamanten sprechen eine andere Ästhetik an als geschliffene Steine: keine Facetten, kein Feuer, aber eine organische Ursprünglichkeit, die kein polierter Stein erreicht.
Was ist ein Rohdiamant?
Ein Rohdiamant ist ein natürlicher Diamant in seinem unbearbeiteten Zustand. Er zeigt die natürlichen Kristallflächen, die während des Wachstums im Erdmantel entstanden sind. Die häufigsten Formen:
- Oktaeder – acht gleichseitige Dreiecksflächen; die klassischste und wertvollste Rohform
- Würfel (Kuboktaeder) – sechsseitige Form; häufiger bei industriellen Qualitäten
- Dodekaedrisch – zwölfseitige Form mit leicht gewölbten Flächen
- Macle – Zwillingskristall; flache Dreiecksform
Für wen sind Rohdiamanten interessant?
- Sammler, die natürliche Mineralien in ursprünglicher Form schätzen
- Schmuckdesigner, die individuelle Einzelstücke mit einzigartigen Steinen erstellen
- Liebhaber natürlicher Ästhetik, die die organische Form schätzen
- Gemmologie-Interessierte, die die natürliche Kristallstruktur studieren möchten
Qualität bei Rohdiamanten beurteilen
Es gelten ähnliche Grundprinzipien wie bei geschliffenen Steinen: Farbe (farblose bis leicht gelbliche Steine sind häufig), Reinheit (Einschlüsse reduzieren den Wert für die Weiterverarbeitung), Gewicht und natürliche Form. Schöne, symmetrische Oktaeder in wasserklarer Qualität sind die begehrtesten Rohformen.
Rohdiamanten und Preise
Rohdiamanten sind in der Regel günstiger als geschliffene Steine gleichen Gewichts – beim Schliff gehen typischerweise 40–60 % des Rohgewichts verloren. Ein 2-Karat-Rohdiamant liefert im Idealfall einen Brillanten von ca. 1 Karat.
Fazit
Rohdiamanten sind für alle interessant, die den Stein in seiner ursprünglichsten Form schätzen. Die organische Gestalt und die direkte Verbindung zur Entstehungsgeschichte machen sie zu etwas Besonderem – weit entfernt vom standardisierten Brillanten.