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Apophyllit Lexikon · Qualität & Preis

Apophyllit – Qualität & Preis

Apophyllit

Preisbildung nach Stufe statt nach Karat

Bei Apophyllit ist das Karat die falsche Recheneinheit. Der Markt ist ein Stufenmarkt: Bezahlt wird das Schaustück, nicht das Gewicht. Im deutschsprachigen Fachhandel kostet eine solide indische Kombinationsstufe von 620 Gramm und 14 mal 11 mal 5 Zentimetern aus Jalgaon rund 33 Euro. Eine grüne Apophyllitstufe mit Stilbit von 1.338 Gramm und 20 mal 6,5 mal 14 Zentimetern liegt bei 59 Euro. Ein deutscher Anbieter führt indische Stufen von etwa 11 bis 31 Zentimetern Höhe und 0,7 bis 4,3 Kilogramm in einer Spanne von 75 bis 198 Euro. US-Händler verlangen für eine 290-Gramm-Stufe aus Jalgaon mit zweifarbigen Kristallen rund 100 Dollar; ein Marktüberblick nennt für kleine bis mittlere Sammlerstücke 25 bis 250 Dollar, umgerechnet grob 23 bis 230 Euro. Museumsqualität erreicht nach Händlerangabe vierstellige Beträge. Facettierte Steine werden dagegen nach Karat gehandelt und sind eine eigene, sehr enge Nische.

Qualitätsstufe Merkmale Preisspanne
Kleine HandelsstufeEtwa 0,3 bis 0,7 kg, Kristalle im Zentimeterbereich, teils trüb, Stilbit als Begleiterca. 33 bis 60 Euro (deutschsprachiger Fachhandel)
Mittlere Schaustufe11 bis 23 cm, 0,7 bis 2,2 kg, klare bis grüne Kristalle, intakte Spitzenca. 75 bis 150 Euro
Große Kabinettstufebis 31 cm und 3,6 bis 4,3 kg, große Kristalle, ausgewogene Komposition mit Stilbitca. 150 bis 198 Euro
Grüne Spitzenstufe, zweifarbigMintgrüne Kristalle mit farbloser Spitze, Jalgaon, glasklar, unbeschädigtca. 90 bis 230 Euro (US-Handel: 100 bis 250 US-Dollar)
MuseumsqualitätAußergewöhnliche Größe, Klarheit und Komposition, dokumentierte Provenienzvierstellige Beträge nach Händlerangabe
Rohstück facettierbarKlare Bereiche, Rohgewicht über 10 ct gilt als sehr seltenca. 14 bis 41 Euro je Stück (15 bis 45 US-Dollar)
Facettierter SteinMeist unter 5 ct, farblos oder blassgrün, Treppen- oder Smaragdschliffca. 40 bis 550 Euro je Karat (45 bis 600 US-Dollar); Beispiel: 2,79 ct für 225 Pfund

Woran Sie eine gute Stufe erkennen

Vier Kriterien entscheiden. Erstens die Transparenz: Prüfen Sie im Durchlicht, nicht im Auflicht. Wasserklare Prismen kosten ein Vielfaches trüber Kristalle gleicher Größe, denn Weiß entsteht hier durch innere Risse und Spaltansätze, also durch Beschädigung. Zweitens die Erhaltung der Kristallspitzen — bei vollkommener Spaltbarkeit nach {001} ist eine abgeplatzte Basisfläche schnell passiert und mindert den Wert erheblich. Drittens die Farbe: Grün ist am gefragtesten, zweifarbige Kristalle mit mintgrünem Körper und farbloser Spitze gelten als besonders attraktiv. Viertens die Komposition: Wie sitzen die Kristalle auf der Matrix, stimmt das Verhältnis zu den Stilbit- oder Heulanditgarben, steht die Stufe stabil? Achten Sie außerdem auf Klebespuren an Kristallansätzen. Montierte, also wieder aufgeklebte Kristalle sind im Zeolithhandel nicht unüblich und müssen ausgewiesen werden; unter der Lupe verraten sie sich durch Klebstoffreste und nicht passende Bruchkanten.

Behandlungen, Nachbildungen und Verwechslungen

Synthetischer Apophyllit ist nicht bekannt — das ist eine gute Nachricht. Dokumentiert sind dagegen drei Behandlungen: Bestrahlung, die farbloses Material grün färbt; Erhitzen, das diese Farbe wieder zurücknimmt; und Beschichtungen aus diamantähnlichem Kohlenstoff oder synthetischem Diamantfilm, mit denen die empfindliche Oberfläche facettierter Steine gehärtet werden soll. Verwechslungsgefahr besteht vor allem innerhalb der Zeolith-Paragenese. Stilbit ist monoklin, garbenförmig und mit Härte 3,5 bis 4 weicher; Heulandit bildet sargförmige Täfelchen; Calcit hat Härte 3, eine rhomboedrische Spaltbarkeit, eine Dichte von 2,71 und reagiert mit verdünnter Säure; Quarz erreicht Härte 7 und zeigt keine Spaltbarkeit. Apophyllit steht mit Dichte 2,33 bis 2,37, Härte 4,5 bis 5, pseudokubischem tetragonalem Habitus und Perlmuttglanz auf der quadratischen Basisfläche dazwischen. Die sehr niedrige Doppelbrechung von 0,002 bis 0,003 ist ein zusätzliches, eindeutiges Kennzeichen.

Häufige Fragen

Was kostet facettierter Apophyllit?
Die Spannen sind weit und beruhen auf Handelsangaben. Ein Marktüberblick nennt 45 bis 450 US-Dollar je Karat, ein gemmologisches Handelsportal 50 bis 600 US-Dollar je Karat für Steine zwischen 3 und 10 Karat. Ein konkretes Angebot aus dem Fachhandel: ein farbloser, quadratischer Treppenschliff von 2,79 Karat aus Jalgaon für 225 Britische Pfund, also etwa 80 Pfund je Karat. Rohstücke werden mit 15 bis 45 US-Dollar je Stück gehandelt. Die Streuung erklärt sich daraus, dass es keinen liquiden Markt gibt: Jeder facettierte Apophyllit ist ein Einzelfall, und der Schleifaufwand geht direkt in den Preis.
Ist Apophyllit eine Wertanlage?
Nein. Ein Marktüberblick beschreibt den Markt ausdrücklich als Käufermarkt mit stabilen, nicht steigenden Preisen — das Material ist nicht selten, nur facettierbare Ware ist schwer zu beschaffen. Solange die indischen Steinbrüche laufen, ist mit einem stetigen Nachschub an Stufen zu rechnen. Kaufen Sie Apophyllit deshalb, weil Ihnen die Stufe gefällt, nicht als Investment. Das Einzige, was langfristig Wert hält, sind außergewöhnliche Schaustücke mit dokumentierter Provenienz und historische Stücke von geschlossenen Fundstellen wie St. Andreasberg.
Woran erkenne ich, dass eine Stufe restauriert wurde?
Nehmen Sie eine Lupe mit zehnfacher Vergrößerung und leuchten Sie die Ansatzstellen der größten Kristalle schräg an. Klebstoff glänzt anders als Mineral, bildet kleine Wülste und füllt Spalten unregelmäßig aus. Prüfen Sie, ob die Bruchkante des Kristalls exakt zur Matrix passt und ob die Wachstumsrichtung zu den Nachbarkristallen stimmt. Ein weiterer Hinweis ist ein Kristall, der als Einziger makellos ist, während alle anderen Spitzen bestoßen sind. Seriöse Händler weisen Restaurierungen aus; fragen Sie ausdrücklich danach und lassen Sie sich die Antwort auf der Rechnung bestätigen.