Reinigung: lauwarmes Wasser, milde Seife, weiche Bürste
Die Empfehlungen der gemmologischen Fachliteratur sind eindeutig und knapp: Reinigen Sie Apophyllit mit einer weichen Bürste, mildem Spülmittel und warmem Wasser. Mehr ist nicht nötig und auch nicht ratsam. Von Ultraschall- und Dampfreinigern raten wir ab — für ein Mineral mit vollkommener, leicht auslösbarer Spaltbarkeit, sprödem Verhalten und einem Kristallwassergehalt von acht Molekülen pro Formeleinheit ist die Kombination aus Kavitationsdruck und Wärme ein unnötiges Risiko. Ebenso wichtig: Reiben Sie nicht kräftig. Ein Handelsportal weist ausdrücklich darauf hin, dass die Oberfläche schon bei zu starkem Reiben mit bloßen Händen abzublättern beginnt. Verwenden Sie zum Trocknen ein weiches, fusselfreies Tuch und tupfen Sie ab, statt zu wischen. Bei Stufen genügt in der Regel trockenes Abstauben mit einem weichen Pinsel; eingetrockneter Schmutz in den Zwischenräumen lässt sich mit einem feinen Pinsel und wenig Wasser lösen.
| Einfluss | Verhalten | Empfehlung |
|---|---|---|
| Ultraschallreinigung | Nicht freigegeben; vollkommene, leicht auslösbare Spaltbarkeit und acht Moleküle Kristallwasser in der Struktur | Nicht verwenden. Weiche Bürste, mildes Spülmittel und warmes Wasser genügen |
| Dampfreinigung | Verbindet Hitze mit Druck; Hitze ist der kritischste Einfluss bei diesem Mineral | Nicht verwenden |
| Hitze | Kristallwasser entweicht zwischen etwa 330 und 440 °C in zwei Schritten; vor dem Lötrohr blättert der Kristall auf und schmilzt zu weißem Email | Von Hitzequellen fernhalten. Vor jeder Lötarbeit aus der Fassung nehmen |
| Säuren und Haushaltschemie | Säuren lösen das namengebende Abblättern der Oberfläche aus | Keine säurehaltigen Reiniger, kein Essig, keine Zitronensäure; nur mildes Spülmittel |
| Mechanischer Abrieb | Härte 4,5 bis 5; schon kräftiges Reiben mit bloßen Händen kann die Oberfläche abblättern lassen | Nicht scheuern, nur abtupfen; Stufen mit weichem Pinsel entstauben |
| Stöße und Druck | Spröde, unebener Bruch, sehr vollkommene Spaltbarkeit nach {001} | Geschlossene Zarge statt Krappen; keine Ringe oder Armbänder im Alltag |
| Lagerung | Wird von fast jedem härteren Stein zerkratzt | Einzeln und getrennt von anderen Edelsteinen aufbewahren, in weichem Fach oder Tuch |
| Licht | Zu natürlichem Grün liegen keine Belege für Ausbleichen vor; bestrahltes Grün ist durch Erhitzen umkehrbar | Schattiger Vitrinenplatz, keine direkte Sonne auf dem Fensterbrett |
Hitze, Säuren und mechanische Belastung
Hitze ist der gefährlichste Einfluss. Das Kristallwasser entweicht zwischen etwa 330 und 440 Grad Celsius in zwei Schritten, und vor dem Lötrohr blättert der Kristall auf und schmilzt zu einem weißen, blasigen Email. Solche Temperaturen erreichen Sie im Alltag nicht — wohl aber ein Goldschmiedebrenner, und die Fachliteratur nennt Brennerhitze ausdrücklich als Ursache für Exfoliation beim Fassen. Vermeiden Sie außerdem starke Temperaturwechsel. Der zweite kritische Einfluss sind Säuren: Sie lösen das Abblättern der Oberfläche aus, das dem Mineral seinen Namen gegeben hat. Damit sind auch säurehaltige Reiniger, Essig, Zitronensäure und viele Haushaltsmittel tabu. Zum Licht: Belege für ein Ausbleichen natürlicher Farben liegen uns nicht vor. Da Grün jedoch auch durch Bestrahlung erzeugt werden kann und durch Erhitzen wieder verschwindet, ist bei bestrahlter Ware Zurückhaltung gegenüber Wärme und starker Sonneneinstrahlung angebracht.
Lagerung und Echtheitsprüfung
Lagern Sie Apophyllit einzeln. Fachquellen empfehlen, den Stein von Hitzequellen und von anderen Edelsteinen getrennt aufzubewahren — bei Härte 4,5 bis 5 zerkratzt ihn fast jeder Nachbar in der Schmuckschatulle. Verwenden Sie weiche Innenfächer oder wickeln Sie ihn in ein Tuch. Stufen stellen Sie stabil auf und fassen sie am Matrixstück an, nie an einem Kristall. Für die Prüfung im eigenen Labor reichen wenige Werte: Dichte 2,33 bis 2,37, Härte 4,5 bis 5, tetragonaler pseudokubischer Habitus mit dreieckig abgeschrägten Ecken, Glasglanz auf den Prismenflächen und Perlmuttglanz auf der quadratischen Basis, eine sehr vollkommene Spaltbarkeit nach {001} sowie eine ausgesprochen niedrige Doppelbrechung von 0,002 bis 0,003 bei einem Brechungsindex um 1,53. Calcit reagiert auf verdünnte Säure und hat Dichte 2,71, Stilbit ist weicher und monoklin, Quarz erreicht Härte 7 — damit sind die häufigsten Verwechslungen ausgeschlossen.
