Nasik und Pune: der Deccan-Trapp versorgt den Weltmarkt
Wenn Sie heute Skolezit kaufen, kommt er mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Maharashtra in Indien. Der Deccan-Trapp, eine der größten bekannten Flutbasaltprovinzen der Erde, liefert seit Jahrzehnten die besten Stücke. Die Steinbrüche der Regionen Nasik und Pune produzieren große, farblose Büschel gut endflächiger, grober Skolezitkristalle, wie man sie sonst nirgends findet. Bemerkenswert ist die Erschließungsform: Viele Spitzenstufen stammen nicht aus Mineralienbergbau, sondern aus Schotterbrüchen für den Straßenbau, die beim Abbau Blasenhohlräume in den Lavadecken anschneiden. Daraus folgt eine Eigenheit dieses Marktes — das Angebot hängt an der Bautätigkeit, nicht an einer Minenplanung, und gute Jahrgänge sind schwer vorhersehbar. In derselben Paragenese treten Heulandit, Stilbit, Mordenit, Apophyllit, Mesolith, Epistilbit, Calcit und Chabasit auf. Als weitere indische Fundstelle nennt die mineralogische Literatur Kolar.
| Fundort | Land | Besonderheit |
|---|---|---|
| Nasik (Nashik), Maharashtra | Indien | Deccan-Trapp; große, farblose Büschel gut endflächiger grober Kristalle; Hauptquelle des Weltmarkts |
| Pune (Poona), Maharashtra | Indien | klassische Zeolithregion; Straßenschotterbrüche legen die Mandelhohlräume frei |
| Kolar | Indien | in der mineralogischen Literatur als Skolezitfundstelle geführt |
| Teigarhorn, Berufjörður | Island | Skolezit mit Stilbit, Heulandit, Mordenit; seit 1976 Naturdenkmal, Sammeln genehmigungspflichtig |
| Bohrung Lopra-1/1A | Färöer | im Aufschluss selten, in der Tiefbohrung häufig; Mesolith-Zone bei etwa 90 bis 100 Grad Celsius |
| Santa Catarina | Brasilien | zeolithführende Flutbasalte |
| Isle of Skye | Schottland | klassische britische Zeolithfundstelle |
| Riverside County, Kalifornien | USA | in der Fachliteratur als bemerkenswertes Vorkommen genannt |
Island und Färöer: Zeolithzonen im Nordatlantik-Basalt
Der zweite klassische Schauplatz liegt im Nordatlantik. In Island ist Teigarhorn am Berufjörður die bekannteste Zeolithfundstelle; dort treten Skolezit, Stilbit, Heulandit und Mordenit auf, und Epistilbit wurde an Material von dort erstmals bestimmt. Die Mineralisation geht auf Gänge eines vor über zehn Millionen Jahren aktiven Zentralvulkans zurück. Sammeln ist dort heute nicht mehr frei möglich: Teigarhorn steht seit 1976 als Naturdenkmal unter Schutz, Naturbildungen dürfen nicht gestört werden, und die Schutzzonen dürfen nur mit Genehmigung betreten werden. Auf den Färöern, einem paläogenen Flutbasaltplateau aus der Zeit vor rund 59 bis 55 Millionen Jahren, ist Skolezit im Aufschluss selten; in der Tiefbohrung Lopra-1/1A tritt er dagegen häufig auf, dort in der Mesolith-Zone. Für den Handel spielen beide Gebiete heute nur eine Nebenrolle — Material von dort ist eher Fundort- als Schmuckware.
Brasilien, Schottland, Kalifornien und der Rest der Welt
Über Indien und den Nordatlantik hinaus ist Skolezit weit verbreitet, aber selten in verwertbarer Qualität. Die Fachliteratur nennt Santa Catarina in Brasilien, die Isle of Skye in Schottland und Riverside County in Kalifornien als bemerkenswerte Vorkommen. Aus Europa sind Graubünden in der Schweiz und Kärnten in Österreich belegt, dort in alpinen Klüften statt in Basaltmandeln. Weitere Länderangaben reichen von Namibia und Südafrika über Tschechien, Spanien und Russland bis nach Chile, Äthiopien, Australien und in die Antarktis. Für die Marktanteile heißt das trotzdem wenig: Der weit überwiegende Teil der angebotenen Stufen, Kugeln, Trommelsteine und Cabochons trägt die Herkunftsangabe Indien. Belastbare Zahlen zu Fördermengen oder Marktanteilen einzelner Länder veröffentlicht keine der eingesehenen Quellen. Wer Ihnen solche Prozentzahlen nennt, schätzt — und sollte das auch sagen.
