Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

Von Achat bis Zirkonia – 142 Edelsteine mit Bildern, gemmologischen Daten und ausführlichen Hintergrundartikeln.

Rubin Lexikon

Sternrubin – das Geheimnis des sechsstrahligen Sterns

Rubin

Manche Rubine tragen einen leuchtenden, sechsstrahligen Stern auf der Oberfläche, der bei Bewegung über den Stein zu gleiten scheint. Dieser Effekt – Asterismus genannt – macht den Sternrubin zu einem der faszinierendsten Steine überhaupt. Hier erfahren Sie, wie er entsteht und was einen guten Sternrubin ausmacht.

Was ist ein Sternrubin?

Ein Sternrubin ist ein Rubin, der bei einfallendem Licht einen sechsstrahligen Stern zeigt. Dieser optische Effekt heißt Asterismus. Anders als beim klaren, facettierten Rubin liegt der Reiz hier nicht in der Transparenz, sondern in diesem wandernden Lichtphänomen – ein Sternrubin ist deshalb meist opak bis schwach transluzent.

Wie entsteht der Stern?

Der Stern entsteht durch feinste, nadelförmige Einschlüsse von Rutil (Titandioxid), die im Inneren des Kristalls eingelagert sind. Diese "Seide" ordnet sich entlang der Kristallachsen in drei Richtungen an, die sich jeweils im Winkel von 60 Grad kreuzen. Trifft Licht auf den Stein, wird es an diesen Nadeln reflektiert und gebündelt – es entstehen drei Lichtbänder, die sich zu einem sechsstrahligen Stern überlagern. Damit der Effekt sichtbar wird, müssen die Nadeln dicht und regelmäßig genug verteilt sein.

Warum gerade sechs Strahlen? Rubin kristallisiert im trigonalen System. Die Rutilnadeln richten sich entlang dreier Achsen aus – jede Achse erzeugt ein Lichtband, und da jedes Band zwei Enden hat, ergeben sich sechs Strahlen.

Warum ein Cabochon-Schliff nötig ist

Ein Sternrubin wird niemals facettiert, sondern immer als Cabochon geschliffen – also rund gewölbt mit glatter Oberfläche. Nur die gewölbte Form bündelt das an den Nadeln reflektierte Licht so, dass der Stern sichtbar wird und sich beim Drehen des Steins bewegt. Die Höhe und Symmetrie des Cabochons entscheiden mit darüber, wie scharf und mittig der Stern erscheint.

Bewertung – worauf es ankommt

Berühmte Sternrubine

Zu den bekanntesten Exemplaren zählen der Rosser Reeves Star Ruby (138,7 ct) mit einem außergewöhnlich klaren Stern und der De Long Star Ruby (100,32 ct) im American Museum of Natural History in New York. Beide zeigen eindrucksvoll, wie scharf und lebendig ein Asterismus sein kann.

Sternrubine und andere undurchsichtige Sammlersteine finden Sie in unserem Shop unter Rubin-Kristalle & Muttergestein. Wie Asterismus mit den Einschlüssen zusammenhängt, die auch die Echtheit verraten, lesen Sie unter Rubin echt erkennen.

Häufige Fragen

Wie entsteht der Stern beim Sternrubin?
Der Stern entsteht durch feine Rutilnadeln im Inneren des Steins. Sie ordnen sich entlang dreier Kristallachsen im 60-Grad-Winkel an und reflektieren einfallendes Licht zu sechs Strahlen. Voraussetzung ist ein Cabochon-Schliff, dessen gewölbte Form das Licht bündelt.
Warum ist ein Sternrubin nicht durchsichtig?
Die vielen Rutilnadeln, die den Stern erzeugen, streuen das Licht und machen den Stein opak bis schwach transluzent. Diese Trübung ist beim Sternrubin kein Mangel, sondern die Voraussetzung für den Asterismus.
Sind alle Sternrubine natürlich?
Nein. Es gibt auch synthetische Sternrubine, bei denen der Stern künstlich erzeugt wird. Natürliche Sternrubine zeigen unregelmäßige Nadelverteilungen und Einschlüsse; eine sichere Unterscheidung gelingt im gemmologischen Labor.

Fazit

Der Sternrubin verdankt sein Funkeln winzigen Rutilnadeln und dem richtigen Schliff. Ein guter Sternrubin zeigt einen scharfen, zentrierten, sechsstrahligen Stern auf kräftig rotem Grund. Was beim klaren Rubin als Einschluss den Wert mindert, macht hier den ganzen Zauber aus.