Edelsteine-World – Rubine und Edelsteine

Rubin Lexikon

Rubin Farbe – von Pigeon Blood bis Purpurrot

Die Farbe des Rubins ist sein wichtigstes Qualitätsmerkmal. Sie entscheidet zu 60–70% über den Wert eines Steins. Von hellem Orangerot bis zu dunklem Purpurrot – die Bandbreite ist groß, aber nur eine schmale Zone gilt als wirklich begehrt.

Wie entsteht die Farbe des Rubins?

Rubine sind rote Korunde. Die Rotfärbung entsteht durch das Spurenelement Chrom (Cr³⁺), das sich in das Aluminiumoxid-Kristallgitter einbaut. Chrom absorbiert Licht im grünen und violetten Bereich und lässt nur rotes Licht durch. Gleichzeitig erzeugt Chrom eine rote Fluoreszenz – der Rubin leuchtet im Sonnenlicht aus sich heraus.

Das Verhältnis von Chrom zu Eisen bestimmt die Farbqualität entscheidend: Viel Chrom, wenig Eisen → intensives, leuchtendes Rot mit starker Fluoreszenz (Burma). Viel Eisen → dunkles, ins Braune tendierendes Rot, schwache Fluoreszenz (Thailand).

Die Farbskala des Rubins

Orange-Rot – Grenzbereich zu Saphir
Helles Rubinrot
Pigeon Blood – Idealfarbe
Purpur-Rot
Dunkel-Purpur
Zu dunkel – minderwertiger

Pigeon Blood – die begehrte Idealfarbe

Der Begriff „Pigeon Blood" beschreibt das Ideal: ein reines, mittleres Rot mit einem minimalen bläulichen Unterton und maximaler Farbsättigung. Es ist weder zu orange, noch zu lila, noch zu dunkel. Die Farbe sollte gleichmäßig im ganzen Stein verteilt sein und – entscheidend – eine starke rote Fluoreszenz zeigen, die das Rot im Sonnenlicht regelrecht leuchten lässt.

Das GRS-Labor (GemResearch Swisslab) hat den Begriff „Pigeon Blood" als offizielle Qualitätsbezeichnung in Zertifikaten etabliert. Ein Stein mit dieser Qualifikation erzielt signifikante Preisaufschläge.

Farbzonen und Gleichmäßigkeit

Viele Rubine zeigen Farbzonen – Bereiche mit ungleichmäßiger Farbverteilung im Kristall. Streifen hellerer oder dunklerer Bereiche mindern die Qualität. Ein guter Schleifer kann durch die Ausrichtung des Steins und die Wahl der Schliffform Farbzonen kaschieren. Beim Kauf sollte der Stein von oben (in Trageposition) beurteilt werden.

Rubin vs. rosa Saphir – wo ist die Grenze?

Gemologisch gesehen sind Rubin und rosa Saphir dasselbe Mineral (Korund). Die Abgrenzung ist international nicht einheitlich festgelegt. Das GIA bezeichnet Steine mit einer gewissen Mindestfarbsättigung als Rubin, blassere Steine als „pink Saphir". Andere Institute wie GRS verwenden eigene Sättigungsschwellen. Im Handel kann ein „Rubin"-Zertifikat versus ein „pink Saphir"-Zertifikat den Preis eines Steins erheblich beeinflussen.

Fazit

Die Farbe macht den Rubin. Ein leuchtendes, reines Rubinrot mit starker Fluoreszenz ist das Ideal – und je näher ein Stein diesem Ideal kommt, desto wertvoller ist er. Pigeon Blood aus Burma ist die Königsklasse. Wer Farbe und Fluoreszenz gemeinsam beurteilt, bekommt das vollständige Bild eines Rubins.