Die Catahoula-Formation: das klassische Vorkommen Nordamerikas
Die für die Fachwelt maßgeblichen nordamerikanischen Stücke kommen aus der Catahoula-Formation, die in West-Louisiana, Ost- und Südtexas sowie in Mississippi zutage tritt. Ihr Alter liegt bei 24 bis 30 Millionen Jahren. Louisiana liefert die farblich und strukturell feinsten Stücke; das Material ist dort so vollständig durchkieselt, dass die Zellstruktur unter dem Mikroskop erhalten ist. Gesammelt wird vor allem in den westlichen Parishes, in Flussbetten und Aufschlüssen. In Texas sind Live Oak County mit dem Raum George West und Starr County am Rio Grande bekannte Adressen; dort liegen die Stämme in der rund 27 Millionen Jahre alten Aschelage. Historisch wurde das Material als Baustein genutzt, etwa in Zäunen und Kirchenmauern in Roma und Rio Grande City. Für den europäischen Schmuckhandel spielt amerikanische Ware mengenmäßig kaum eine Rolle; sie erscheint überwiegend als Sammlerstück, Scheibe oder gelegentliches Cabochon.
| Fundort | Land | Besonderheit |
|---|---|---|
| Catahoula-Formation, westliche Parishes | USA (Louisiana) | Staatsfossil seit 1976, feinste Zellerhaltung, bunteste Farben |
| Starr County und Rio Grande City, Südtexas | USA (Texas) | Rund 27 Mio. Jahre alte Aschelage von etwa 20 m Mächtigkeit |
| Live Oak County, Raum George West | USA (Texas) | Klassische Sammelregion, Staatsstein seit 1969 |
| Banten und West-Java | Indonesien | Hauptquelle für Cabochons, Kugeln und Scheiben im europäischen Handel |
| Sumatra und Kalimantan | Indonesien | Große Stammquerschnitte, überwiegend Dekor- und Möbelware |
| Deccan Intertrappean Beds, Dindori, Madhya Pradesh | Indien | Kreide-Paläogen-Grenze, rund 66 Mio. Jahre, wissenschaftlich bedeutend |
| Lameta-Formation, Bhisi, Maharashtra | Indien | Oberkreide, Typmaterial von Palmoxylon lametaei und P. bhisiensis |
| Gebel el-Khashab bei Kairo und Gebel Qatrani, Fayum | Ägypten | Unteroligozän, Schutzgebiet, Sammeln und Ausfuhr untersagt |
Indonesien: der Lieferant für nahezu den gesamten Schmuckmarkt
Wenn Sie in Deutschland ein Cabochon oder eine Kugel aus Palmwurzelholz kaufen, stammt das Material mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Indonesien. Der Archipel verfügt über die größten bekannten Lagerstätten versteinerten Holzes überhaupt, eine Folge der außerordentlichen vulkanischen Aktivität: Allein heute zählt das Land 129 aktive Vulkane. Ganze Wälder wurden unter Ascheschichten von mehreren hundert Metern begraben. Die Schmuckware stammt überwiegend aus der Region Banten in West-Java, daneben aus Sumatra und Kalimantan. Das Alter der schmucktauglichen Lagen liegt meist im Oligozän und Miozän, grob zwischen 40 und 20 Millionen Jahren. Charakteristisch sind gleichmäßig durchgefärbte, sehr dicht gepunktete Partien und wurzelnahe Stücke mit Flammenmuster. Exportiert wird überwiegend als Rohblock oder als vorgeschliffene Scheibe; der Feinschliff erfolgt teils vor Ort, teils in Indien, Thailand und Deutschland. Die Preise für Rohware sind seit Jahren stabil.
Indien, Ägypten und die wissenschaftlich wichtigen Vorkommen
Für die Forschung sind die Deccan Intertrappean Beds in Zentralindien die ergiebigste Quelle. Diese Sedimentlagen zwischen den Basaltdecken des Dekkan-Trapps datieren an die Kreide-Paläogen-Grenze, also ins späteste Maastrichtium und früheste Danium vor rund 66 Millionen Jahren. Fundpunkte liegen in Madhya Pradesh, etwa bei Umariya Ryt im Distrikt Dindori, sowie in Maharashtra. Aus der älteren, oberkretazischen Lameta-Formation bei Bhisi stammen weitere beschriebene Arten. Ägypten besitzt mit Gebel el-Khashab, dem „Holzberg“ östlich von Kairo, ein rund sieben Quadratkilometer großes Schutzgebiet mit unteroligozänen Kieselhölzern der Gebel-Ahmar-Formation; einzelne Stämme erreichten 25 Meter Länge bei 1,6 Meter Durchmesser. Weitere Palmoxylon-Funde stammen aus dem Gebel Qatrani im Fayum. Beachten Sie: Ägyptisches Material aus den Schutzgebieten darf nicht gesammelt oder ausgeführt werden. Angebote mit ägyptischer Herkunftsangabe sollten Sie deshalb kritisch prüfen.
