Gagat verrät sich durch drei einfache Proben: die braune Strichfarbe, das geringe Gewicht und die Wärme im Griff – Merkmale, die kein Glas und kein Onyx nachahmt.
Die Strichprobe
Das sicherste Merkmal ist die braune Strichfarbe: An einer unglasierten Keramikplatte (oder feinem Schleifpapier) hinterlässt echter Gagat einen schokoladenbraunen Strich. Schwarzes Glas und Onyx geben keinen oder weißlichen Strich – ein eindeutiger Test, der am Rohmaterial oder an unauffälliger Stelle durchgeführt wird.
- Strichprobe: braun = Gagat; kein/weißer Strich = Glas/Onyx
- Gewicht: auffällig leicht (Dichte ~1,3–1,4)
- Wärme: warm im Griff – Glas und Onyx sind kühl
- Härte: weich (2,5–4), lässt sich nicht mit Glas verwechseln
- Statik: gerieben lädt sich Gagat elektrostatisch auf
Gagat gegen Glas und Kunststoff
Schwarzes Glas („französischer Jet“) ist schwerer, kühler und härter; es zeigt oft Luftbläschen und Formnähte. Kunststoff (Bakelit, Vulkanit) ist leichter, riecht beim Erwärmen charakteristisch und wirkt „plastikhaft“. Beide bestehen die Strichprobe nicht.
Gagat gegen Onyx
Schwarzer Onyx ist ein Mineral: kühl, schwer und hart (Mohs 7). Wo Gagat warm, leicht und weich ist, ist Onyx das Gegenteil. Ein einfacher Gewichts- und Wärmevergleich trennt beide sofort.
Vorsicht bei der Brennprobe
Historisch wurde Gagat durch Anbrennen bestätigt (kohleartiger Geruch). Diese Probe ist zerstörerisch und für Schmuck ungeeignet – die zerstörungsfreie Strichprobe ist vorzuziehen.
Häufige Fragen
Fazit
Brauner Strich, geringes Gewicht, Wärme im Griff: drei Handgriffe entlarven jedes Imitat. Die zerstörungsfreie Strichprobe ist der sicherste Weg zum echten Gagat.
