Chrysoberyll braucht Beryllium – und damit Pegmatite oder deren verwitterte Reste. Seine Landkarte deckt sich darum weitgehend mit den klassischen Edelsteinseifen der Welt, allen voran Sri Lanka.
Sri Lanka – die Katzenaugen-Insel
Die Seifen um Ratnapura und die Lagerstätten der Insel sind seit Jahrhunderten die wichtigste Quelle für Chrysoberyll aller Varietäten – und die unangefochtene Heimat der feinsten Katzenaugen: Honigfarbene Cymophane mit Milk-and-Honey-Effekt tragen traditionell das Ceylon-Prädikat. Auch gelbgrüne Schleifware und Alexandrite liefert die Insel kontinuierlich. Unsere Direktimport-Beziehungen nach Sri Lanka bestehen seit den Anfängen des Hauses – Chrysoberyll gehört dort zum festen Prüf- und Einkaufsprogramm.
Brasilien – Pegmatite und der Alexandrit-Coup
Minas Gerais und Espírito Santo liefern gelbgrüne Chrysoberylle aus Pegmatiten und Seifen, dazu Sammler-Drillinge – und mit Hematita (1987) den berühmtesten Alexandrit-Fund der Neuzeit. Brasilianische Ware prägt bis heute das Facettensegment des Marktes.
Ostafrika und Madagaskar – die Gegenwart
Tansania (Tunduru-, Songea-Seifen, Lake Manyara) liefert die ganze Familienbreite bis hin zu Alexandriten; Madagaskar ergänzt gelbgrüne Qualitäten und Katzenaugen. Beide Regionen gehören zu unseren etablierten Sourcing-Gebieten – mit der üblichen Konsequenz: Auswahl vor Ort, Befund im eigenen Labor.
Historische Adressen
- Ural (Russland): Geburtsort des Alexandrits – und Quelle der berühmtesten zyklischen Drillinge der Sammlungsgeschichte; heute im Wesentlichen erschöpft.
- Indien (u. a. Andhra Pradesh, Kerala): traditionelle Katzenaugen- und Alexandrit-Quelle mit wechselnder Förderung.
- Myanmar: Nebenprodukt der Mogok-Seifen, gelegentlich in feiner Qualität.
- Simbabwe, Sambia: kleinere, sammlerisch interessante Vorkommen.
Häufige Fragen
Fazit
Sri Lanka als Herz, Brasilien und Ostafrika als Motoren, der Ural als Legende: Die Chrysoberyll-Karte ist klein, aber hochkarätig – wie die Familie selbst.
