Chrysoberyll wird selten gefälscht – aber ständig verkannt: als Peridot verkauft, als Citrin vererbt, und seine Katzenaugen von Quarz und Glasfaser imitiert. Die Bestimmung ist im Labor eindeutig.
Die Kennwerte
Chrysoberyll ist messtechnisch dankbar: Brechungsindex 1,74–1,75 mit deutlicher Doppelbrechung, Dichte 3,68–3,78 (spürbar schwerer als Quarz und Beryll), Härte 8,5, im Spektroskop bei gelbgrünen Steinen die typische Eisen-Absorption im Blauen. Diese Kombination trennt ihn sauber von allen gängigen Verwechslern – kein anderer gelbgrüner Schmuckstein vereint diese Werte.
Die Facettenstein-Verwechsler
| Material | Ähnlichkeit | Abgrenzung |
|---|---|---|
| Peridot | gelbgrüner Ton | RI 1,65–1,69, starke Doppelbrechung (Kantenverdopplung), Härte nur 6,5–7 |
| Goldberyll | Goldgelb, Namensnähe | RI 1,57–1,58, Dichte ~2,7 – deutlich „leichter“ in allen Werten |
| Citrin | Gelbtöne | Quarzwerte (RI 1,54–1,55, Dichte 2,65), Härte 7 |
| Gelber Saphir | Brillanz, Härtenähe | RI 1,76–1,77, Dichte ~4,0 – knapp über Chrysoberyll |
| Sillimanit, Danburit u. a. | selten im Handel | jeweils eigene Kennwerte – Laborfall |
Die Katzenaugen-Front
Hier läuft die eigentliche Täuschung: Quarz-Katzenaugen (weicher, gröberer, oft grauer Streif; Quarzwerte) werden als schlichtes „Katzenauge“ angeboten – nach der Handelsregel ist der Name ohne Zusatz dem Cymophan vorbehalten. Noch dreister: Glasfaser-Imitate („Cathay-Glas“) mit unnatürlich perfektem Streif in Fantasiefarben – unter der Lupe verrät sie die wabenartige Faserstruktur der Stirnflächen sofort. Auch Turmalin-, Apatit- und Skapolith-Katzenaugen sind legitime Steine, aber preislich eine andere Welt.
Selbstprüfung: realistische Indizien
Das Gewichtsgefühl (deutlich schwerer als gleich großer Quarz oder Beryll), die kompromisslose Kratzfestigkeit, beim Katzenauge der schmale, scharfe Streif und der Milk-and-Honey-Test unter Punktlicht. Bei Glasfaser-Verdacht: Lupenblick auf die Waben. Verlässliche Bestimmung – gerade die lukrative Frage „Peridot oder Chrysoberyll?“ – bleibt Laborsache.
Häufige Fragen
Fazit
Chrysoberyll erkennen heißt meist: ihn aufwerten – vom vermeintlichen Peridot zum Härte-Champion, vom „Katzenauge“ zum echten Cymophan. Kennwerte und Lupenblick entscheiden, das Labor besiegelt.
