Topas zu schleifen ist eine Aufgabe für erfahrene Lapidare: Mit Mohshärte 8 widersteht er Kratzern, doch seine vollkommene basale Spaltbarkeit macht jeden Schlag zur Gefahr. Die Kunst liegt darin, Brillanz zu maximieren, ohne die Spaltebene zu treffen.
Die vollkommene Spaltbarkeit – die größte Herausforderung
Topas besitzt eine vollkommene Spaltbarkeit senkrecht zur c-Achse (basale Spaltbarkeit nach (001)). Ein gezielter Schlag in der richtigen Richtung teilt den Kristall sauber. Schleifer orientieren die Spaltebene so, dass sie nicht parallel zu einer Facettenfläche liegt.
Geeignete Schliffformen
- Brillantschliff – maximaler Glanz, häufigste Wahl für blaue Schmucktopase
- Cushion – beliebt für Imperial Topas; warme Farbe kommt besonders zur Geltung
- Oval – klassisch für große Steine; betont Farbsättigung
- Tropfen (Pear) – elegant für Anhänger
- Emeraldschliff – zeigt Klarheit besonders gut, erfordert makellos reines Material
Pleochroismus und Schliffausrichtung
Topas zeigt schwachen bis mäßigen Pleochroismus. Der Schleifer wählt die Ausrichtung so, dass die intensivste Farbe durch die Tafel des fertigen Steins sichtbar wird.
Behandlung vor dem Schliff
Farblose Rohtopase werden vor dem Schliff bestrahlt und erhitzt, um die Blaufarbe zu entwickeln. London-Blue-Topase nach Neutronenbestrahlung müssen eine Quarantänezeit einhalten, bis ihre Restradioaktivität auf unbedenkliche Werte abgeklungen ist.
Fazit
Topas ist ein dankbarer Schleifstein – vorausgesetzt, man respektiert seine Spaltbarkeit. Wer die basale Spaltebene in der Fassung schützt und beim Reinigen auf Ultraschall verzichtet, hat jahrzehntelange Freude an seinem facettierten Topas.