Edelsteine-24 – Topas Lexikon

Topas Lexikon · Entstehung & Mineralogie

Topas Entstehung – Fluor, Pegmatite und orthorhombische Kristalle

Topas entsteht dort, wo Magma erstarrt und dabei Fluor, Aluminium und Silizium in höchster Konzentration zusammentreffen – in den letzten, fluidreichen Restschmelzen der Gesteinsbildung. Das Ergebnis sind prismatische Kristalle von beeindruckender Größe und Klarheit.

Chemische Zusammensetzung

Topas ist ein Fluor-Aluminium-Inselsilikat mit der Formel Al₂SiO₄(F,OH)₂. Das Besondere gegenüber anderen Silikaten ist der hohe Fluorgehalt: Fluor stabilisiert die Kristallstruktur und ist mitverantwortlich für die außergewöhnliche Härte (Mohshärte 8) und die vollkommene basale Spaltbarkeit senkrecht zur c-Achse.

Entstehungsumgebungen

Kristallstruktur

Kristallographische Eckdaten Topas
  • Kristallsystem: Orthorhombisch (bipyramidal)
  • Typische Formen: Prisma mit Längsstreifung + Pyramide + Pinakoid
  • Spaltbarkeit: Vollkommen nach (001) – basale Spaltbarkeit
  • Bruch: Muschelig bis uneben
  • Dichte: 3,49–3,57 g/cm³ (auffällig schwer)

Die charakteristische Längsstreifung auf den Prismenflächen ist ein wichtiges Erkennungsmerkmal für Topas-Rohkristalle. Sie entsteht durch periodische Wachstumsschwankungen während der Kristallisation.

Paragenesen

Topas tritt häufig gemeinsam auf mit: Turmalin, Beryll (Aquamarin, Smaragd), Fluorit, Kassiterit (Zinnstein), Columbit, Glimmer und Feldspat. In Brasilien finden sich Topas und Aquamarin oft im selben Pegmatit – ein Hinweis auf die gemeinsamen Entstehungsbedingungen.

Größe der Kristalle

Topas bildet einige der größten bekannten Edelsteinkristalle. Der schwerste bekannte Rohkristall – der „El-Dorado-Topas" aus Brasilien – wog über 37 kg. Facettierte Topase von hundert und mehr Karat sind keine Seltenheit.

Fazit

Topas ist ein Mineral der Extreme: Er entsteht unter extremen geochemischen Bedingungen, bildet extreme Kristallgrößen und weist mit Härte 8 und perfekter Spaltbarkeit zwei extreme physikalische Eigenschaften auf.