Pezzottait sieht aus wie ein roter Beryll – ist aber ein eigenes Mineral. Cäsium, Lithium und ein anderes Kristallsystem trennen ihn vom echten Beryll.
Vom „Himbeer-Beryll“ zum eigenen Mineral
Als 2002 in Madagaskar tiefrosa Kristalle auftauchten, hielt man sie zunächst für Roten Beryll und nannte sie „Himbeer-Beryll“. Die Untersuchung ergab jedoch: Das Material enthält Cäsium und Lithium und kristallisiert anders – es ist ein eigenes Mineral, 2003 als Pezzottait anerkannt.
- Pezzottait: Cs(Be₂Li)Al₂Si₆O₁₈ – trigonal
- Beryll: Be₃Al₂Si₆O₁₈ – hexagonal
- Unterschied: Cäsium + Lithium in der Struktur
- Folge: höhere Dichte, höherer Brechungsindex
- Farbe: Mangan (Mn³⁺) – himbeerrot
Warum das Kristallsystem anders ist
Echter Beryll ist hexagonal. Pezzottait dagegen ist trigonal – zurückzuführen auf die vergleichsweise großen Cäsium-Atome, die in die Struktur eingebaut werden. Diese veränderte Symmetrie ist ein Hauptgrund, warum Pezzottait als eigenes Mineral gilt.
Höhere Dichte und Brechung
Durch das schwere Cäsium hat Pezzottait eine höhere Dichte und einen höheren Brechungsindex als gewöhnlicher Beryll. Diese Werte helfen Gemmologen, ihn sicher vom Roten Beryll zu unterscheiden: Pezzottait erkennen.
Die IMA-Umbenennung
2025 wurde das Mineral von der International Mineralogical Association in Pezzottait-(Cs) umbenannt – die Cäsium-Position ist strukturbestimmend. Im Handel bleibt der Name Pezzottait bzw. Himbeer-Beryll geläufig. Benannt ist er nach dem italienischen Mineralogen Federico Pezzotta.
Häufige Fragen
Fazit
Pezzottait sieht aus wie roter Beryll, ist aber durch Cäsium, Lithium und trigonale Struktur ein eigenes Mineral – seit 2025 offiziell Pezzottait-(Cs).
