Der Peridot ist einer der ältesten bekannten Edelsteine – und einer mit der vielleicht faszinierendsten historischen Verwechslungsgeschichte. Viele der berühmtesten „Smaragde" der Geschichte waren in Wirklichkeit Peridote.
Geschichte – vom Alten Ägypten bis heute
Die Ägypter nannten den Peridot „Stein der Sonne" und bauten ihn bereits ab 1500 v. Chr. auf der Insel Zabargad im Roten Meer ab. So wertgeschätzt war er, dass die Insel streng bewacht wurde und der Abbau unter Todesstrafe stand. Der ägyptische Name „topazios" für die Insel führte dazu, dass Peridot jahrhundertelang mit dem Topas verwechselt wurde.
Die berühmteste Verwechslung der Geschichte: Die angeblichen Smaragde der Kleopatra waren nach Ansicht vieler Gemmologen tatsächlich Peridote – die Farbähnlichkeit und der Fundort im Roten Meer sprechen dafür.
Peridot im Mittelalter
Im Mittelalter gelangte Peridot durch Kreuzritter nach Europa. Viele bedeutende Kirchenschätze enthalten Stücke, die als Smaragde galten und sich bei moderner Untersuchung als Peridote herausstellten. Der berühmteste Fall: Der „Dreikönigenschrein" im Kölner Dom enthält einen 200-Karat-Stein, der lange für einen Smaragd gehalten wurde – und ein Peridot ist.
Symbolik und Bedeutung
- Licht und Sonne: Ägypter nannten ihn „Edelstein der Sonne" – er soll im Dunkeln leuchten
- Schutz und Kraft: Im Mittelalter als Schutzstein gegen böse Geister getragen
- Frieden und Harmonie: In der Steinheilkunde Stein des inneren Friedens und der emotionalen Ausgeglichenheit
- Wohlstand: In vielen Kulturen Symbol für Fruchtbarkeit und Wachstum
- Geburtsstein August: Einer der ältesten Geburtssteintradition – seit dem antiken Ägypten
Berühmte Peridote der Welt
- Dreikönigenschrein, Köln (ca. 200 ct): Lange für einen Smaragd gehalten – einer der bekanntesten historischen Peridote Europas
- Smithsonian-Peridot (310 ct): Einer der größten facettierten Peridote der Welt, aus Zabargad – Smithsonian Institution, Washington D.C.
- Esquel-Meteorit-Peridot: Extraterrestrischer Peridot aus einem Pallasit-Meteorit – Naturhistorisches Museum Wien und andere Sammlungen
Peridot im Weltraum
Der Peridot ist der einzige Edelstein, dessen Vorkommen im Weltall nachgewiesen ist. In Pallasit-Meteoriten finden sich Olivin-Kristalle, die aus dem Mantel früher Planetoide stammen. NASA-Weltraumteleskope haben sogar Olivin-Staub in Staubscheiben junger Sterne nachgewiesen – Peridot entsteht buchstäblich bei der Geburt von Sonnensystemen.
Fazit
Kein anderer Edelstein hat eine Geschichte, die von ägyptischen Pharaonen über mittelalterliche Kirchenschätze bis zu Meteoriten aus dem frühen Sonnensystem reicht. Der Peridot ist mehr als ein schöner grüner Stein – er ist ein Stück Erdgeschichte und Weltgeschichte zugleich.