Ungeschliffene Opale – auch Roughs genannt – sind für Sammler und Edelsteinschleifer eine besondere Faszination. Im Rohzustand verbirgt der Stein sein volles Farbenspiel noch unter einer trüben Außenschicht und gibt sein Geheimnis erst beim Schleifen preis.
Was sind Rohopale?
Als Rohopal bezeichnet man Opal, der direkt aus der Mine kommt und noch nicht geschliffen oder poliert wurde. Die Außenseite ist oft matt, rissig und wenig ansehnlich. Erfahrene Schleifer können anhand kleiner Windows (angeschliffene Fenster) das Potential einschätzen. Aus Andamooka kommen klassische Rohopale in knollenartiger Form, aus Queensland auch größere Geröllstücke mit Opaleinlagerungen – charakteristisch für den späteren Boulder-Opal.
Rohopale kaufen – was zu beachten ist
Fenster: Seriöse Händler bieten Rohopale oft mit angeschliffenem Fenster an, durch das das Farbenspiel sichtbar ist. Ohne Fenster kauft man buchstäblich die Katze im Sack.
Risse: Opale neigen zur Rissbildung. Im Rohzustand sind Risse oft schwer zu erkennen. Beim Schleifen können verborgene Risse sich ausweiten und den Stein wertlos machen.
Potch: Farbloses, nicht opalisierendes Opalgestein. Viele Rohopale enthalten mehr Potch als wertvolles Farbspiel-Material.
Nasstest: Rohopale unter Wasser zeigen ihr Farbenspiel deutlicher – ein einfacher Test zur Ersteinschätzung.
Das Schleifen von Rohopalen
Das Schleifen von Opalen erfordert Erfahrung. Der Stein muss während des gesamten Schleifprozesses feucht gehalten werden – Trockenheit und Hitze können das eingelagerte Wasser verdunsten lassen und das Farbenspiel dauerhaft zerstören. Geschliffen wird in mehreren Stufen: Grobschliff → Formgebung → Feinschliff → Politur.
Fazit
Rohopale aus Andamooka und Queensland sind für Liebhaber mit Eigeninitiative eine lohnende Wahl. Wer bereit ist, das Risiko des Schleifens einzugehen, kann aus einem unscheinbaren Rohstein ein leuchtendes Schmuckstück herausholen und dabei die Faszination des Opalschleifens hautnah erleben.