Chrysokoll ist eines der weichsten Schmuckmineralien – Mohshärte 2,5–3,5 bedeutet: weicher als eine Kupfermünze. Facettenschliff ist für reinen Chrysokoll praktisch ausgeschlossen. Dafür ist er ein dankbares Cabochon-Material, das in der richtigen Form wunderschöne Stücke liefert.
Warum fast ausschließlich Cabochon?
Die geringe Mohshärte von 2,5–3,5 macht Chrysokoll für Facettenschliff ungeeignet: Die feinen Facettenkanten würden beim Schliff ausbrechen und im Alltag sofort zerkratzen. Der Cabochon – eine gewölbte, polierte Form ohne Facetten – ist die einzig praktikable Schliffform für reinen Chrysokoll. Die glatte, gewölbte Oberfläche zeigt die malerischen Farben und Muster am besten und ist robust genug für Schmuck.
Stabilisierung
Poröser oder brüchiger Chrysokoll wird häufig stabilisiert: Ein Kunstharz (meist Epoxy oder Acryl) wird unter Vakuum oder Druck in die Poren des Steins getränkt. Das Ergebnis ist ein festerer, besser polierbarer Stein, der weniger empfindlich auf Feuchtigkeit reagiert. Stabilisierung ist bei Chrysokoll weit verbreitet und akzeptiert – bei seriösen Händlern deklariert. Ein stabilisierter Chrysokoll ist nicht weniger schön, aber sein Wert liegt unter einem naturbelassenen Stück gleicher Qualität.
Siliziumchrysokoll – die facettierbare Ausnahme
Siliziumchrysokoll (auch Stellarit, Chrysokoll-Chalcedon) ist durch natürliche Quarz- oder Chalcedon-Imprägnierung auf Mohshärte 6–7 gehärtet. Dieser Stein kann facettiert werden und zeigt dann eine bemerkenswerte Transparenz und Tiefe im Blaugrün. Siliziumchrysokoll ist seltener als gewöhnlicher Chrysokoll und wird entsprechend höher bewertet. Er kommt hauptsächlich aus Arizona.
Freiformobjekte und Skulpturen
Größere Chrysokoll-Stücke werden häufig zu Freiformobjekten, Handsteinen und Skulpturen verarbeitet – oder naturbelassen als dekorative Mineralien angeboten. Die farbenpräfrächtigen Muster mancher Stücke sind so malerisch, dass jede Bearbeitung das natürliche Bild nur stören würde.
Fazit
Chrysokoll ist ein Cabochon-Stein par excellence: Seine Weichheit schließt Facettierung aus, seine Farben machen Cabochons zu kleinen Gemälden. Wer facettierten Chrysokoll sucht, greift zu Siliziumchrysokoll – einem der schönsten blaugrünen Steine überhaupt.