Edelsteine-24 – Versteinerte Korallen Lexikon

Versteinerte Korallen Lexikon · Korallenarten & Strukturen

Korallenarten – was im Stein sichtbar wird

Das Muster einer versteinterten Koralle ist kein Zufall – es ist die direkte Abbildung der biologischen Struktur des ursprünglichen Tieres. Wer die Korallentypen kennt, kann im Stein lesen wie in einem paläontologischen Buch.

Rugosa – die Horn- und Einzelkorallen

Rugosa sind ausgestorbene paläozoische Korallen (Ordovizium bis Perm, ca. 470–250 Mio. Jahre). Sie lebten als Einzeltiere (Solitärkorallen) oder in Kolonien und bauten ein kalkiges Skelett mit charakteristischen radiären Septen (Trennwänden) und einer Außenwand mit horizontalen Querböden (Dissepimenten). Im polierten Querschnitt sieht man das typische radiale Sternmuster der Septen – das bekannteste Bild, das versteinerte Korallen zeigen. Große Einzelkorallen der Rugosa können 10–20 cm Durchmesser erreichen.

Tabulata – Kettenkorallen und Wabenkorallen

Tabulata sind ebenfalls ausgestorbene paläozoische Korallen (Ordovizium bis Perm). Sie lebten ausschließlich kolonial und bauten röhrenförmige Skelette mit horizontalen Querböden (Tabulae). Typische Formen sind:

Hexakorallen – die modernen Steinkorallen

Hexakorallen (Scleractinia) sind die modernen Steinkorallen, die seit dem Trias (ca. 240 Mio. Jahre) existieren und heute noch leben. Versteinerte Hexakorallen zeigen ebenfalls radiale Septenmuster, unterscheiden sich aber durch die Anordnung in Sechsergruppen von den Rugosa. Jüngere Hexakorallenfossilien aus dem Jura und der Kreide (200–65 Mio. Jahre) kommen häufig als Einzelkelche oder Kolonien vor.

Erkennungsmerkmale im Überblick

TypZeitraumErkennungsmerkmal im Schnitt
Rugosa (Einzelkoralle)Ordovizium–PermRadiales Sternmuster, deutliche Septen
Favosites (Tabulata)Ordovizium–PermWabenstruktur, sechseckige Zellen
Halysites (Tabulata)Ordovizium–SilurKettenmuster aus Röhren
HexakorallenTrias–heuteRadiale Septen in Sechsergruppen

Fazit

Jede versteinerte Koralle erzählt ihre Art durch das Muster im Stein. Wer den Unterschied zwischen Rugosa und Favosites kennt, hält beim nächsten Stück nicht nur ein schönes Objekt in der Hand, sondern einen Zeitzeugen aus einem bestimmten Kapitel der Erdgeschichte.