Turmalin Lexikon

Turmalin Bedeutung – Geschichte, Symbolik und der Regenbogenstein

Der Turmalin hat eine der buntesten Geschichten der Edelsteinwelt – buchstäblich. Jahrhundertelang wurden seine verschiedenen Farben als völlig unterschiedliche Edelsteine gehandelt. Erst die moderne Gemmologie erkannte: Es ist immer derselbe Stein.

Turmalin Geschichte: Der Name – ein Missverständnis wird Legende

Der Name Turmalin kommt vom singhalesischen turamali oder thoramalli – eine Bezeichnung für gemischte Edelsteine auf Ceylon (Sri Lanka), die die niederländische Ostindien-Kompanie im frühen 18. Jahrhundert nach Europa brachte. Die ceylonischen Händler nannten sie „Regenbogensteine" oder „Asche-Anziehende" – letzteres wegen der pyroelektrischen Eigenschaft: Erhitzter Turmalin zieht Asche und kleine Partikel an, als wäre er geladen.

Turmalin Geschichte: Jahrhunderte der Verwechslungen

Lange bevor Turmalin als eigenständige Mineralgruppe erkannt wurde, wurden seine Varietäten als andere Edelsteine gehandelt:

Im Jahr 1703 brachten niederländische Händler Turmaline aus Ceylon (heute Sri Lanka) nach Europa. Der Name leitet sich vom singhalesischen turmali ab – einer Sammelbezeichnung für „Steine mit gemischten Farben", die dort für verschiedenste bunte Edelsteine verwendet wurde. Dass es sich um ein eigenständiges Mineral handelt, erkannten europäische Mineralogen erst nach und nach; die vollständige gemmologische Charakterisierung als eigene Gruppe erfolgte im 19. Jahrhundert.

Der „Aschenzieher" – Turmalin und die Pyroelektrizität

Eine physikalische Besonderheit machte Turmalin schon früh bekannt: Beim Erwärmen lädt sich der Kristall elektrisch auf und zieht Asche, Staub und Strohteilchen an. Die niederländischen Lapidare nannten ihn deshalb „aschentrekker" (Aschenzieher). Dieses Phänomen – die Pyroelektrizität – wurde an Turmalin erstmals wissenschaftlich beschrieben. Turmalin ist zudem piezoelektrisch: Er erzeugt bei Druck eine elektrische Spannung. Diese Eigenschaften haben dem Mineral später auch technische Anwendungen verschafft.

Turmalin im Zarenschmuck

Turmaline, insbesondere Rubellite, waren im russischen Hof des 18. und 19. Jahrhunderts sehr beliebt. Katharina die Große besaß bedeutende Turmalin-Stücke; die russischen Uralvorkommen lieferten rote und rosa Turmaline in Mengen. Der Turmalin wurde zum inoffiziellen Lieblingstein des russischen Adels.

Die Entdeckung des Paraiba – 1987

Die bedeutendste Turmalin-Entdeckung der Geschichte: Im Jahr 1987 fand der brasilianische Bergmann Heitor Dimas Barbosa nach jahrelanger Suche in einem Hügel im Bundesstaat Paraíba eine neue Art von Turmalin – leuchtend neonblau, von einer Intensität, die zuvor kein Edelstein gezeigt hatte. Der Grund: Kupfer als Farbgeber, ein Element, das in keinem anderen Turmalin in dieser Konzentration vorkommt. Der Paraiba Turmalin war geboren – und wurde innerhalb weniger Jahre zum teuersten Turmalin, der teils mehr kostet als Rubin oder Saphir.

Turmalin Bedeutung und Symbolik

Fazit: Turmalin Geschichte – Regenbogen, Rubine und Revolution

Vom ceylonischen Regenbogenstein über Zarenkronen und verwechselte Rubine bis zur Paraiba-Revolution von 1987: Turmalin hat die Edelsteinwelt immer wieder überrascht. Und wird es weiter tun – denn neue Fundorte und neue Varietäten werden noch entdeckt werden.