Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

Von Achat bis Zirkonia – 174 Edelsteine mit Bildern, gemmologischen Daten und ausführlichen Hintergrundartikeln.

Prehnit Lexikon

Prehnit Herkunft – vom Kap bis Wave Hill

Prehnit

Prehnit ist ein Kind der Basalt-Hohlräume: Er wächst dort, wo heiße Wässer vulkanische Gesteine durchzogen – weltweit verbreitet, aber nur an wenigen Orten in Schmuckqualität. Seine Adressen erzählen 250 Jahre Handelsgeschichte.

Südafrika – die Typlokalität

Am Kap der Guten Hoffnung sammelte Oberst von Prehn im 18. Jahrhundert das Material, das dem Mineral Namen und Erstbeschreibung eintrug – die Doleritgänge der Kapregion (Cradock und Umgebung) blieben lange die klassische Quelle des „Kap-Smaragds“. Historisch bedeutsam, liefert Südafrika heute eher Sammlerstufen als Schleifware.

Australien – Wave Hill und das Spitzengrün

Die wichtigste Quelle feiner Schleifqualität liegt im australischen Northern Territory: Die Basaltfelder um Wave Hill liefern seit Jahrzehnten gleichmäßig gefärbten, satt gelbgrünen Prehnit hoher Transluzenz – vielfach auch in reinen, nadelfreien Partien. „Australischer Prehnit“ ist im Handel de facto ein Qualitätsprädikat.

Mali – der Marktversorger mit Zeichnung

Seit den 1990er-Jahren prägt Mali das Angebot: Aus der Region um Sandaré/Kayes stammen große Mengen gelbgrünen Prehnits, oft mit den charakteristischen Epidot-Einlagerungen – die Quelle der meisten „Tuschezeichnungs“-Steine und begehrter Kristallstufen, auf denen Prehnit Epidot-Kristalle überwachsen hat.

Weitere Adressen

Herkunft und Wert: Ein formales Herkunfts-Premium existiert nicht – aber die Faustregel des Handels lautet: Australien für reines Spitzengrün, Mali für Charakterstücke mit Zeichnung. Bezahlt wird am Ende, was im Durchlicht zu sehen ist (Farbe & Erscheinung).

Häufige Fragen

Wo wurde Prehnit zuerst gefunden?
Am Kap der Guten Hoffnung in Südafrika – von dort brachte Oberst von Prehn das Material, nach dem das Mineral 1788 benannt wurde.
Woher stammt der beste Schmuck-Prehnit?
Überwiegend aus Australien: Die Basaltfelder um Wave Hill liefern gleichmäßig sattes, hochtransluzentes Material – de facto ein Qualitätsprädikat.
Woher kommen die Prehnite mit schwarzen Nadeln?
Vor allem aus Mali: Die Vorkommen um Sandaré liefern gelbgrünen Prehnit mit den typischen Epidot-Einlagerungen.
In welchem Gestein wächst Prehnit?
In Hohlräumen und Klüften vulkanischer Gesteine, vor allem Basalte und Dolerite – oft in Gesellschaft von Zeolithen, wie in den indischen Drusenfeldern.

Fazit

Kap für die Geschichte, Wave Hill für das reine Grün, Mali für die Zeichnung: Die Prehnit-Karte ist klein und klar sortiert – eine seltene Übersichtlichkeit im Steinhandel.