Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

Von Achat bis Zirkonia – 174 Edelsteine mit Bildern, gemmologischen Daten und ausführlichen Hintergrundartikeln.

Musgravit Lexikon

Musgravit Herkunft – aus dem australischen Outback

Musgravit

Musgravit wurde im australischen Outback entdeckt – doch das facettierbare Gem-Material stammt heute vor allem aus Sri Lanka und Tansania. Überall ist es extrem selten.

Die Musgrave Ranges – Typlokalität

Entdeckt wurde Musgravit 1967 in den Musgrave Ranges in Südaustralien, nahe der Ernabella-Mission, die dem Stein den Namen gab. Das dortige Material entstand in hochgradig metamorphen Gesteinen – die geologische Grundlage für seine extreme Seltenheit.

Bedeutende Fundorte:
  • Musgrave Ranges, Australien: Typlokalität (1967)
  • Sri Lanka: facettierbares Gem-Material aus Seifen
  • Tansania: Gem-Qualität, u.a. für spektroskopische Studien
  • Grönland, Antarktis: weitere dokumentierte Vorkommen
  • Madagaskar: vereinzelt berichtet

Gem-Qualität aus Sri Lanka und Tansania

Wie beim Taaffeit liefern die Edelsteinseifen Sri Lankas und Vorkommen in Tansania das meiste schleifwürdige Material. Auch hier wird Musgravit oft erst nachträglich unter anderen Steinen erkannt – die Verwechslung mit Taaffeit inbegriffen.

Metamorphe Entstehung

Musgravit bildet sich in berylliumreichen, hochmetamorphen Umgebungen unter großer Hitze und Druck. Solche Bedingungen sind selten, und meist entstehen dabei nur kleine, rissige Kristalle – weshalb größere facettierbare Steine äußerst rar sind.

Herkunft und Bestimmung

Weil mehrere Fundorte optisch ununterscheidbares Material liefern, sagt die Herkunft wenig über die Art selbst. Entscheidend bleibt der spektroskopische Nachweis, der Musgravit von Taaffeit trennt: Musgravit oder Taaffeit.

Häufige Fragen

Woher kommt Musgravit?
Entdeckt wurde er 1967 in den Musgrave Ranges Australiens. Facettierbares Gem-Material stammt heute vor allem aus Sri Lanka und Tansania; weitere Funde gibt es in Grönland und der Antarktis.
Warum ist Musgravit so selten?
Er entsteht nur in berylliumreichen, hochmetamorphen Gesteinen unter großer Hitze und Druck. Solche Bedingungen sind rar, und meist bilden sich nur kleine, rissige Kristalle.
Woher stammt das beste Gem-Material?
Vor allem aus den Edelsteinseifen Sri Lankas und aus Tansania. Dort wird Musgravit oft erst nachträglich unter anderen Steinen erkannt.
Sagt die Herkunft etwas über die Art?
Wenig. Da mehrere Fundorte optisch gleiches Material liefern, entscheidet nicht die Herkunft, sondern die Spektroskopie, ob ein Stein Musgravit oder Taaffeit ist.

Fazit

Musgravit stammt aus dem Outback, sein Gem-Material aus Sri Lanka und Tansania. Überall ist er extrem selten – und überall nur spektroskopisch sicher zu bestimmen.