Mit dem Erfolg des Karibiksteins wuchs sein Schatten: gefärbter Howlith, blaues Glas und Kunstharz-Kompositen fluten Souvenir- und Onlinemärkte als „Larimar“. Die gute Nachricht: Die echte Pektolith-Struktur ist gut erkennbar – wenn man weiß, worauf man schaut.
Merkmal Nummer eins: die Struktur
Echter Larimar zeigt die faserig-radialstrahlige Textur des Pektoliths: Die weißen Partien sind keine beliebigen Flecken, sondern folgen büschelig-strahligen Mustern, oft wie feine Sonnen oder Wasserlinien. Unter der Lupe erkennt man die seidige Faserung. Gefärbtes Material und Glas haben diese gewachsene Struktur nicht – ihre Muster wirken fleckig, wolkig-diffus oder schlicht aufgemalt.
Die Imitate im Steckbrief
| Imitat | Typisches Bild | Entlarvung |
|---|---|---|
| Gefärbter Howlith/Magnesit | graue Spinnennetz-Adern statt strahliger Struktur | Farbstoff in Rissen (Lupe), Abfärben beim Acetontest, geringere Dichte |
| Blau gefärbter Jaspis/Quarz | gleichmäßig durchgefärbt, „tot“ wirkend | Härte um 7 (Larimar 4,5–5), Quarz-Kennwerte |
| Blaues Glas | homogen, oft zu transparent | runde Gasblasen, muscheliger Glanzbruch, Wärmeleitgefühl |
| Kunstharz-/Komposit-„Larimar“ | perfekte Muster, auffallend leicht, warm anfühlend | sehr geringe Dichte, Heißnadelgeruch, unter UV oft auffällige Fluoreszenz |
| Blauer Chalcedon / Achat | ehrlicher Stein, falscher Name | bänderig statt strahlig, Härte um 7 |
Die Kennwerte des Originals
Im Labor ist Larimar eindeutig: Dichte um 2,7–2,9, Brechungsindex um 1,59–1,63 (Spotmessung), Härte 4,5–5, faserige Struktur unter dem Mikroskop. Damit fällt gefärbter Howlith (leichter, andere Struktur) ebenso durch wie Quarz-Imitate (härter, andere Kennwerte) und Kunstharz (drastisch leichter).
Und behandelter Larimar?
Anders als bei vielen Steinen ist echter Larimar in aller Regel unbehandelt – allenfalls gewachst zur Politurauffrischung. Vereinzelt tauchen kunstharzstabilisierte Stücke aus rissigem Material auf; sie sind nach § 5 UWG offenzulegen und erkennbar an Harzglanz in Rissen und dem Verhalten unter UV. Blau nachgefärbter echter Larimar ist die Ausnahme – die Fälscher greifen lieber gleich zum billigen Howlith.
Selbstprüfung: die Kurzformel
Strahlige Struktur statt Spinnennetz-Adern, kühles Steingefühl statt Plastikwärme, gesundes Gewicht statt Federleichtigkeit, gedecktes Naturblau statt Neonton – und ein Preis, der zur Farbstufe passt. Bei allem darüber hinaus, besonders bei hochpreisigen Stücken: gemmologische Prüfung.
Häufige Fragen
Fazit
Larimar trägt seinen Echtheitsbeweis im Muster: Die strahlige Pektolith-Struktur kopiert kein Howlith und kein Harz. Wer sie einmal gesehen hat, sortiert die Imitate auf den ersten Lupenblick aus.
