Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

Von Achat bis Zirkonia – 174 Edelsteine mit Bildern, gemmologischen Daten und ausführlichen Hintergrundartikeln.

Larimar Lexikon

Larimar Edelstein – das Karibikblau der Dominikanischen Republik

Larimar

Larimar ist der geologische Sonderling der Karibik: blauer Pektolith, den es auf dem gesamten Planeten nur in einem einzigen Bergzug der Dominikanischen Republik gibt. Ein Stein, dessen Landkarte aus genau einem Punkt besteht.

Was ist Larimar?

Larimar ist die blaue Varietät des Pektolith (NaCa₂Si₃O₈(OH)) – eines sonst unscheinbar weißen bis grauen Minerals, das weltweit vorkommt. Blau wird es nur an einem Ort: in den vulkanischen Gesteinen der Sierra de Bahoruco im Südwesten der Dominikanischen Republik. Als Farbursache wird der Einbau von Kupfer anstelle von Calcium angenommen. Die wolkigen Weiß-Blau-Muster, die an Sonnenlicht auf karibischem Wasser erinnern, machten den Stein zur Ikone – und zum Nationalstein seines einzigen Heimatlandes.

Eigenschaften auf einen Blick:
  • Mineral: Pektolith (blaue Varietät) – NaCa₂Si₃O₈(OH), triklin, faserige Aggregate
  • Mohs-Härte: 4,5–5 – deutlich weicher als Quarz, pfleglich zu behandeln
  • Dichte: ca. 2,7–2,9 g/cm³
  • Brechungsindex: ca. 1,59–1,63
  • Farbe: Himmelblau bis intensives „Vulkanblau“, wolkig mit Weiß; grünliche Übergänge
  • Fundort: ausschließlich Provinz Barahona, Dominikanische Republik
  • Besonderheit: Farbe kann bei dauerhafter praller Sonne verblassen

Das Besondere: ein Fundort, endliche Menge

Wie Tansanit gehört Larimar zu den seltenen Ein-Fundort-Steinen – mit einem Unterschied: Das Abbaugebiet ist noch kleiner, im Wesentlichen die Grubenfelder um Los Chupaderos bei Bahoruco. Der Abbau erfolgt in einfachen, teils riskanten Schächten von Hand; Erdrutsche und absaufende Gruben unterbrechen die Förderung regelmäßig. Jede Prognose über die Reichweite des Vorkommens ist unsicher – sicher ist nur: Es ist begrenzt. Details: Herkunft.

Qualität: das Blau entscheidet

Die Skala reicht von blassem Weißblau über klares Himmelblau bis zum seltenen, intensiven „Vulkanblau“ – je satter, gleichmäßiger und musterschöner, desto wertvoller. Grünstich mindert den Wert, rote Eiseneinlagerungen können als Kontrast gefallen. Die vollständige Skala: Farbe & Qualität.

Ehrlichkeit im Handel

Mit der Beliebtheit kamen die Imitate: gefärbter Howlith und Magnesit, Glas und Kunstharz-Komposite kursieren als „Larimar“. Dazu die Pflege-Wahrheit, die seriöse Anbieter aussprechen: Larimar ist weich und lichtempfindlich – ein Stein für achtsames Tragen. Beides im Detail: Larimar erkennen und Larimar kaufen.

Alle Themen im Überblick

Häufige Fragen

Wo kommt Larimar vor?
Ausschließlich in der Provinz Barahona in der Dominikanischen Republik – Larimar ist einer der wenigen Ein-Fundort-Edelsteine der Welt.
Was für ein Mineral ist Larimar?
Die blaue Varietät des Pektoliths, eines Natrium-Calcium-Silikats. Als Ursache des Blaus wird eingebautes Kupfer angenommen.
Wie hart ist Larimar?
Nur 4,5 bis 5 auf der Mohs-Skala – deutlich weicher als Quarz. Larimar-Schmuck will geschützt getragen und gepflegt werden.
Kann Larimar verblassen?
Ja – bei dauerhafter praller Sonne kann die blaue Farbe nachlassen. Schonende Aufbewahrung erhält die Intensität.
Verwandte Edelsteine: Tansanit  ·  Türkis

Larimar – Kennzahlen im Überblick

Steckbrief
  • Familie: Pektolith (NaCa₂Si₃O₈(OH))
  • Kristallsystem: Triklin
  • Mohs-Härte: 4,5–5
  • Dichte: 2,74–2,90 g/cm³
  • Brechungsindex: 1,596–1,628
  • Dispersion: Keine
  • Farben: Himmelblau, türkisblau, weißlich-blau — mit weißen Adern und Wolkenmustern
  • Herkunft: Ausschließlich Dominikanische Republik (Barahona-Provinz)

Fazit

Larimar ist Geologie mit Postleitzahl: ein einziger Bergzug, endliche Gruben, unverwechselbares Blau. Wer ihn trägt, trägt buchstäblich ein Stück Karibik – und sollte es entsprechend behandeln.