Gemmologisches Nachschlagewerk

Das Edelstein-Lexikon

Von Achat bis Zirkonia – 174 Edelsteine mit Bildern, gemmologischen Daten und ausführlichen Hintergrundartikeln.

Iolith Lexikon

Iolith Herkunft – von Indien bis Madagaskar

Iolith

Cordierit ist als Mineral weltweit verbreitet – schleifwürdiger Iolith dagegen konzentriert sich auf wenige Regionen, fast alle entlang der alten Gondwana-Naht: Indien, Sri Lanka, Madagaskar, Ostafrika.

Indien – der Hauptlieferant

Der Löwenanteil des Handelsangebots stammt aus Indien, vor allem aus Orissa und dem südlichen Subkontinent: zuverlässige Mengen in Standard- bis guter Qualität, die den Weltmarkt preislich definieren. Indische Ware zeigt häufig das typische kräftige Blauviolett mittlerer Tonhöhe – die Basis des Iolith-Segments.

Sri Lanka – die Seifenklassiker

Aus den Edelsteinseifen der Insel – denselben, die Saphir und Chrysoberyll liefern – kommt Iolith als regelmäßiges Beifangmineral, dem historisch der Name „Wassersaphir“ anhaftet: Ceylon-Händler sortierten ihn einst neben den echten Saphiren. Qualitativ liefert die Insel bis heute schöne, klare Steine.

Madagaskar und Ostafrika – die Qualitätsspitze

Madagaskar und Tansania stehen für einen erheblichen Teil der feineren Ware: gute Transparenz, kräftige Sättigung, gelegentlich größere saubere Kristalle. Kenia ergänzt kleinere Mengen. Für uns als Direktimporteur mit ostafrikanischen Beschaffungsrouten ist Iolith ein regelmäßiger Begleiter der Tansanit- und Granat-Partien – und wird wie alles im eigenen Labor geprüft.

Weitere Fundorte

Herkunft und Wert: Ein Provenienz-Premium wie bei Saphir existiert beim Iolith nicht – bezahlt wird ausschließlich die Qualität des Steins: Farbe, Orientierung, Reinheit, Größe. Das macht den Markt angenehm unideologisch; Herkunftsangaben sind Information, kein Preisschild.

Häufige Fragen

Woher stammt der meiste Iolith im Handel?
Aus Indien – ergänzt um Sri Lanka, Madagaskar und Tansania; Namibia und Brasilien liefern kleinere Mengen.
Welche Herkunft liefert die beste Iolith-Qualität?
Madagaskar und Tansania stellen einen großen Teil der feineren Ware; entscheidend ist aber der einzelne Stein – ein Herkunfts-Premium gibt es nicht.
Warum wurde Iolith „Wassersaphir“ genannt?
Weil er in Sri Lankas Seifen neben echten Saphiren gefunden und wegen seines Blaus als deren „wässrige“ Variante gehandelt wurde.
Zahlt man beim Iolith für die Herkunft?
Nein – anders als bei Saphir zählt allein die Steinqualität: Farbe, Schlifforientierung, Reinheit und Größe.
Weiterlesen: Iolith Preis  ·  Pleochroismus

Fazit

Indien liefert die Menge, Ostafrika und Madagaskar die Spitze, Ceylon die Geschichte: Iolith-Herkunft ist Geografie ohne Preisideologie – erfreulich für alle, die Steine statt Etiketten kaufen.