Edelsteine - Wissenswertes

Als Edelsteine bezeichnet man i.A. alle Mineralien, die als Schmucksteine geeignet sind. Ausser den Mineralien werden auch organische Edelsteine wie Bernstein, Perlen, Perlmutt, Korallen oder aber auch versteinerte Substanzen wie die Ammolite zu den Edelsteinen hinzu gerechnet.

Bereits seit der Altsteinzeit kennt man die Verwendung vieler Edelsteine als Schmucksteine. Besonders begehrt sind seit jeher Smaragd, Rubin, Saphir und Diamant.

Ein Grund hierfür war auch die Härte der Edelsteine, die man bei Edelsteinen in einem Härtegrad nach Friedrich Mohs, der Mohshärte, angibt. Mohs war ein Geologe, der Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts lebte und die Härte einfach dadurch bestimmte, indem er ein Mineral mit einem anderen ritzte.
Hierfür hat er Referenzmineralien festgelegt, so daß er eine Härteskala von 1 bis 10 definieren konnte.
Besonders erwähnenswert ist hierbei der Härtegrad 5, bei dem man ein Mineral gerade noch mit dem Taschenmesser ritzen konnte. Der Härtegrad 7 ist deshalb wichtig, da er Quarz (Sand) entspricht. Wenn man einen Edelstein trägt, der härter als die Mohshärte 7 ist, so wird dieser nicht so schnell abstumpfen, da die Hauptursache für das Erblinden der Edelsteine der Kontakt mit Sand und Staub ist, der dann über viele Jahre die Oberfläche des Edelsteins leicht aufraut aund matt erscheinen lässt. Über der Mohshärte von 7 liegt dann beispielsweise Topas mit 8, die Korunde (Rubine und Saphire) bei 9 und der Diamant mit der höchsten Mohshärte 10. Es ist anzumerken, daß diese Härteskala keine absolute und lineare Skala darstellt, sondern lediglich Relationen. Ein Diamant ist z.B. nicht doppelt so hart oder 10% härter als ein Saphir, sondern 140 mal härter. Die Mohshärteskala gibt nur Vergleichswerte an!

Dichte der Edelsteine
Als wesentliches Erkennungsmerkmal, neben der Lichtbrechung der Edelsteine, dient die Bestimmung der Dichte. Alle Edelsteine haben ein unterschiedliches Gewicht bezogen auf ihr Volumen: die Dichte.
So sind beispielsweise Smaragde bei gleichem Volumen leichter als Saphire. Man bekommt also bei gleichem Gewicht bei Smaragden einen größeren Stein als bei Saphiren bzw. es ist bei gleicher Größe ein Smaragd leichter als ein Saphir.
Ganz gravierend sieht man dies beispielsweise bei Welo-Opalen, die sehr leicht sind: man bekommt relativ grosse Opale mit wenig Gewicht, was diese Edelsteine dann auch relativ günstig macht. 
Ein Beispiel für einen überproportional schweren Edelstein ist der Zirkon. Zirkone sind bei kleiner Größe relativ schwer im Vergleich zu anderen Edelsteinen.

Brechungsindex - die wohl wichtigste Kennzahl zur Bestimmung eines Edelsteins.
Der Brechungsindex ist eine optische Materialeigenschaft, die für jeden Edelstein sehr spezifisch ist und mit der man einen Edelstein sehr genau bestimmen kann. Sie besagt wie ein Lichtstrahl beim Eindringen in den Edelstein gebrochen wird. Dies geschieht in einem bestimmten Winkel, den man mit dem Refraktometer messen kann.
Bemerkenswert ist, daß bei manchen Edelsteinen der Strahl einfach gebrochen wird und bei anderen doppelt, was wiederum die Identifikation des Edelsteines erleichtert.


Edelstein-Kristallsysteme
Die Edelsteine bzw. die Mineralien aus denen sie bestehen oder geschliffen werden, kristallisieren in bestimmten Kristallsystemen aus. Diese Kristallsysteme geben an, wie die Atome oder Moleküle, aus denen der Kristall besteht, angeordnet sind. Wenn die Moleküle beispielsweise wie ein Würfel angeordnet sind, spricht man von einem kubischen Kristallsystem; ist der Würfel gestreckt, spricht man von einem tetragonalen Kristallsystem; sind die Moleküle wie ein Sechseck angeordnet, ist es ein hexagonales Kristallsystem usw.

Der Wert der Edelsteine bemisst sich nach verschiedenen Kriterien wie Größe, Reinheit, Farbe bzw. Farbintensität und natürlich auch der Seltenheit der Edelsteine. Grundsätzlich lässt sich sagen, je seltener, größer, farbintensver und reiner ein Edelstein ist, desto wertvoller ist er auch. Dabei ist allerdings auch zu beachten, daß es Steine mit Einschlüssen gibt, die den Stein wertvoller machen können als einen lupenreinen Stein. So gibt es beispielsweise sehr seltene Diamanten, in denen sich noch kleine mit Wasser gefüllte Blasen befinden, die fast unbezahlbar gehandelt werden oder seltene Fremdkristalle im Kristall. Viele Edelsteinliebhaber möchten auch nicht den perfekten lupenreinen Edelstein, sondern einen individuellen Stein mit typischen und faszinierenden Einschlussbildern, die unverwechselbar und besonders sind.


Die Eigenschaften vieler Edelsteine lassen sich inzwischen künstlich verbessern. Ja es ist sogar Normalität, daß heute fast alle Edelsteine in irgendeiner Art und Weise behandelt sind. Durch vorsichtiges Erhitzen erhält man bei den meisten Edelsteinen kräftigere, sattere Farben oder auch durch Bestrahlen kann die Farbe intensiviert oder verändert werden. Die Farben der Edelsteine rühren daher, daß im regelmässigen Kristallgitter mit den Kristallmolekülen kleinere oder größere Fremdmoleküle eingelagert sind. Dadurch ändert sich die Struktur des Kristallgitters und es wird "gebeugt", was ein verändertes Absorptionsspektrum der Lichtstrahlen bewirkt und somit eine Farbänderung des Edelsteins. Durch Erhitzen oder Bestrahlen des Edelsteines werden die eingelagerten Fremdmoleküle aufgebrochen oder verändert und dadurch verändert sich auch das Absorptionsspektrum bzw. die Farbe. Beachten Sie bitte, daß es sich bei diesen Arten einer Behandlung immer noch um echte natürliche Edelsteine handelt, die lediglich ein bisschen "getunt" wurden.
Viele Edelsteine wie die Topase in Swiss Blue, London Blue oder die tiefblauvioletten Tansanite verdanken ihre Existenz ausschliesslich dieser Behandlungsmethoden. Dies ist bei diesen Edelsteinen nicht nur geduldet, sondern anders auch nicht realisierbar und sogar erwünscht.


Da die Edelsteine teilweise einen erheblichen Wert darstellen, wird wie bei allem anderen auch, sei es z.B. Bilder oder sogar Geldnoten, gefälscht. Hierbei muss man grundsätzlich 2 Arten der Fälschung unterscheiden: Imitate und Synthesen.
Ein Imitat ist ein Edelstein, der so aussieht wie ein anderer, aber tatsächlich ganz andere phsikalische und chemische Eigenschaften besitzt. So werden beispielsweise bei günstigen Schmuckstücken sehr oft synthetische Zirkonias als Diamantimitat eingesetzt. Diese sehen so aus wie Diamanten, sind es aber nicht und es lässt sich auch mit sehr einfachen gemmologischen Mitteln feststellen, daß es lediglich ein Imitat ist.
Synthesen dagegen sind von natürlichen Edelsteinen nur mit größerem Aufwand zu unterscheiden.
Beispiel: Ein synthetischer Saphir ist ein "echter Saphir", aber kein natürlicher Saphir! Der synthetische Saphir hat die gleichen physikalischen und chemischen Eigenschaften, die gleiche Härte, die gleiche Lichtbrechung wie ein natürlicher Saphir. Der Unterschied besteht darin, dass ein synthetischer Edelstein im Labor gezüchtet worden und der natürliche Edelstein über Jahrmillionen in der Natur entstanden ist. Ein synthetisches Motorenöl ist auch ein echtes Öl, das lediglich synthetisch hergestellt wurde - im Gegensatz zum mineralischen Motorenöl, das aus jahrmillionenaltem mineralischem Erdöl hergestellt wurde.
Gut gemachte Synthesen sind daher vom Laien nicht von natürlichen Edelsteinen zu unterscheiden und bedürfen einer gemmologischen Prüfung im Labor.
Ich hatte vor einiger Zeit eine Anfrage einer Dame zur Prüfung von Edelsteinen, die auf einer uns allen bekannten Auktionsplattform Edelsteine ersteigert hatte, 25 an der Zahl und es sollte sich um Amethyste, Citrine, Ametrine und Topase handeln, alles größere Steine zwischen 5 und 20 Carat. Nach Begutachtung der Steine stellte sich heraus, daß kein einziger natürlich war. Darunter befanden sich synthetische Korunde, synthetische Spinelle, synthetische Berylle und sogar Glas. Die meisten der Verkäufer stammten aus Asien und an eine Reklamation war nicht mehr zu denken.
Edelsteinkauf ist Vertrauenssache und egal wo Sie Edelsteine kaufen: achten Sie bitte darauf, daß Sie im Fachhandel kaufen, der Ihnen die Echtheit der Steine bestätigt, wo Sie auch nach dem Kauf die Möglichkeit haben die Steine nochmals unabhängig prüfen zu lassen, gegebenfalls zu reklamieren und wo sie bei Problemen, gleich welcher Art, einen Ansprechpartner haben um die Probleme zu besprechen und aus der Welt zu schaffen.



Die gängigsten Schliff-Formen der Edelsteine sind
  • Rundschliff
  • Princess-Schliff
  • Ovalschliff
  • Navetteschliff
  • Herzschliff
  • Smaragdschliff
  • Tropfenschliff
  • Asscher-Schliff
  • Cushionschliff
  • Trilliantschliff
  • Baguetteschliff
  • Radiantschliff



Edelsteine Entstehung und Lagerstätten
Grundsätzlich kann man sagen, daß Edelsteine im Erdinnern unter hohem Druck und unter hohen Temperaturen entstanden sind. Oft entstehen sie, wenn sich Temperatur und Druck plötzlich ändern, so wie beim Aufsteigen von flüssigem Magma. Bei grosser Reinheit der Kristallmoleküle kann auch ein Kristall mit großer Reinheit entstehen. Oft kommen jedoch noch andere Moleküle mit vor, die dann in den Kristall eingelagert werden, was man dann in Form von Einschlüssen sehen kann. Oft erkaltet der Kristall dann auch relativ schnell, was zu inneren Rissen im Kristall führen kann. Die Palette an fremden Mineralen, die in einen Kristall eingelagert werden kann, ist riesig und dient später bei einer gemmologischen Untersuchung oft dazu, daß man die Herkunft eines Edelsteines durch die fremdeingelagerten Minerale bestimmen kann. So haben beispielsweise Rubine, die in Burma gefunden werden, ganz andere mineralische Einschlüsse als Rubine, die in Afrika gefunden wurden. Kolumbianische Smaragde haben andere mineralische Einschlüsse als Smaragde aus Sambia etc.


Bei den Lagerstätten unterscheidet man primäre und sekundäre Lagerstätten. Bei primären Lagerstätten baut man die Edelsteine dort ab, wo sie gebildet wurden: man gräbt Minen tief unter die Erde oder kann sie teilweise im Tagebau auch an der Oberfläche finden, wenn sie durch geologische Aktivitäten zur Oberfläche befördert worden sind. Ein Nachteil bei diesen Schürfmethoden ist, daß die Edelsteine durch mechanische Einflüsse (Sprengen, Bagger) beschädigt werden können.
Wenn die Edelsteine durch geologische Aktivitäten zur Oberfläche gelangt sind, können sie dort natürlich auch durch Erosion und das Zusammenspiel von Wind und Wasser an andere Stellen gelangen, wo sie sich dann ablagern: die sekundären Lagerstätten. Oft sind dies ehemalige Flussläufe wo sich die Edelsteinkristalle durch Veränderung der Fliessgeschwindigkeit des Wassers verstärkt abgelagert haben. Auch gier können die Edelsteinkristalle durch den Transport über lange Strecken und den stängigen Kontakt/Abschürfen mit anderen Mineralien beschädigt werden.



 

Übersicht über die wichtigsten Edelsteine


Achat

Achat

Achate sind eine Varietät der Quarze und bestechen sehr oft durch schöne streifige Strukturen im Mineral. Sie kommen fast überall vor und so findet man auch in der Region um Idar-Oberstein oder im saarländischen Freisen sehr schöne Achate.
Achate bilden sich in Gesteinshohlräumen, wie sie beispielsweise oft in vulkanischem Gestein vorkommen. Diese Gesteinshohlräume beinhalten oft Quarze, Achate oder auch Calcite.
Die normalen Farben des Achats können weiss, orange-rötlich und alle Gelbtöne umfassen. Sehr oft wird der Achat aber auch künstlich eingefärbt, was ganz ungewöhnliche Strukturen und Muster zum Vorschein bringen kann. Je nach Farbe und Struktur unterscheidet man den Achat mit sehr vielen unterschiedlichen Handelsnamen wie z.B. Bandachat, Feuerachat, Drachenhautachat, Baumachat und auch der schwarze Onyx gehört zu den Achaten.
Sehr bekannt sind auch die Gemmen, die man aus den Achaten schnitzen kann, Platten für Siegelringe, Achatscheiben für Uhren etc. Bereits in der Antike wurde er zur Herstellung von Kunstgegenständen benutzt. So wurden beispielsweise im alten Ägypten Skarabäen daraus geschnitzt, die den Ägyptern als Schutzsteine und Glücksbringern dienten. Schon damals wurde die Farbe des Achats durch Brennen künstlich verändert.


Die Mohshärte von Achat, wie bei allen anderen Quarzen auch, liegt bei 7. Er ist somit relativ hart und unempfindlich. Die Dichte liegt bei 2.6 - 2.8 g/cm³ und er besitzt einen glasähnlichen Glanz.

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Andalusit

Andalusit

Der Andalusit gehört zu den Aluminiumsilikaten und ist polymorph zu Kyanit und Sillimanit. D.h. diese drei Minerale sind chemisch gesehen identisch, sind jedoch in unterschiedlichen Kristallsystemen auskristallisiert. Unter höheren Drücken und Temperaturen können diese Minerale auch teilweise inneinander übergehen.

Seinen Namen verdankt er einem französischen Naturwissenschaftler, der den Edelstein zum ersten Mal in Andalusien, Spanien, entdeckt hatte. Diese Fundstätte ist allerdings untypisch für die Entstehung von Andalusiten. 

Seine Attraktivität as Edelstein hat er vor allem durch sein schönes Farbspiel, bedingt durch seinen sehr stark ausgeprägten Pleochroismus - unterschiedlichen Farben in unterschiedlichen Kristallachsen.
Mit einer Mohshärte von 6.5 - 7.5 ist Andalusit relativ hart und unempfindlich. Die Dichte liegt bei 3.13 - 3.16 g/cm³.
Andalusit kommt fast überall auf der Welt vor, die Hauptfundorte liegen in Australien und Brasilien.

In Edelsteinqualitäten, d.h. klaren Mineralen, ist Andalusit extrem selten. Als Rohstoff findet er Verwendung als Beimengungen zu Porzellan und bei der Herstellung feuerfester Bau- und Werkstoffe.



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Amethyste & Ametrine

Amethyste

Amethyste und Ametrine gehören zur Gruppe der Quarze. Der Name Amethyst kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie etwa "dem Rausche entgegenwirkend". Man ging davon aus, daß der Träger eines Amethysts gegen die berauschende Wirkung von Alkohol immun sei.
Farbgebendes Element bei Amethyst sind Eisenoxidionen, die in den Kristall eingelagert sind. Die Farbe geht von blassem Violett bis zu einem sehr tiefen, nahezu Licht undurchlässigen Violett. Am begehrtesten ist ein schönes tiefes leuchtendes Violett, daß auch noch die Brillanz des Steines zur Geltung bringt.

Je nachdem welche Eisenionen und wie diese eingelagert sind, kann es auch zu gelben oder grünen Farbtönen kommen. Sind violette und gelbe Farbtöne in einem Kristall enthalten, spricht man von einem Ametrin. Auch hier kann die Farbverteilung von blassen Tönen bis zu starken Tönen verlaufen. Natürlicherweise und auch typisch sind blassere Farbtöne.
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn man sehr kräftig gefärbte Ametrine angeboten bekommt. Entweder sind diese extrem behandelt oder was am häufigsten ist: es handelt sich um Synthesen.

Die Mohshärte liegt quarztypisch bei 7 und somit sind Ametrine und Amethyste relativ unempfindlich.

Amethyste werden weltweit gefunden, wobei besonders schöne und begehrte Stücke in Brasilien und Uruguay gefunden werden. Weitere Fundorte sind Namibia, Madagaskar, Russland und Maroko. Aber auch in Deutschland bei Idar-Oberstein oder in Österreich können schöne Amethyste gefunden werden.